Zusammenfassung der Zeitschrift Organisationsberatung – Supervision – Coaching (OSC) Ausgabe 04/2016, Jg. 23

Die von Dr. Astrid Schreyögg herausgegebene Zeitschrift "Organisationsberatung – Supervision – Coaching" (OSC) (Springer VS, Wiesbaden) hat in der Ausgabe 4/2016 den Themenschwerpunkt "Riskanz von Veränderungsprozessen: Faktoren ihres Ge- oder Misslingens".

Rubrik

Hauptbeiträge

Dr. Regina Heimann: Habitusanalyse als Diagnoseinstrument in Supervision und Beratung

Im Rahmen von Supervision und Beratung stellen die Identifikation sozial bedingter Handlungsbarrieren, die den Veränderungswünschen von Ratsuchenden beharrlich entgegenstehen, und ein damit verbundenes Aufdecken von Inkongruenzen im Denken und Handeln wichtige Analyseschritte dar. Mit dem sozioanalytischen Forschungsansatz des „Habitus“, den Pierre Bourdieu im Kontext sozialer Ungleichheit und der Wirkweisen symbolischer Gewalt erarbeitet hat, lassen sich Arbeitshaltungen und Methoden in den Supervisions- und Beratungskontext integrieren, die das Zusammenspiel gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und individueller Handlungsentscheidungen zu identifizieren und zu verstehen helfen.

Florian Zapp: Ambivalenzen und Widersprüche als Herausforderungen für Change-Manager

Widersprüche und Ambivalenzen gehören zum Begleiten von Veränderungsprozessen dazu, sind aber anstrengend für diejenigen, die sie erleben und sich mit ihnen auseinandersetzen müssen. Auf der Basis von Erhebungen innerhalb von Workshops stellt dieser Artikel zusammenfassend dar, welche Widersprüche für Veränderungsprozesse typisch sind. Als eine Möglichkeit, solchen Widersprüchen effektiv zu begegnen, wird darauf aufbauend das zweistufige Konzept der Widerspruchstoleranz von Müller-Christ und Weßling vorgestellt. Abschließend werden Hinweise und Ideen zur Durchführung von Workshops zum Thema Widerspruchstoleranz vorgestellt.

Dr. Michaela Riediger: Prokrastination als Coaching-Anliegen

Prokrastination betrifft das nicht zielgerichtete und nicht durch äußere Zwänge hervorgerufene Aufschieben intendierter Handlungen. Es tritt häufig auf und hat potenziell negative Auswirkungen sowohl auf die betroffene Person als auch auf die Organisationseinheit, in der sie tätig ist. Anliegen im Coaching können mit eigenen Prokrastinationstendenzen des Coachees ebenso wie mit denen seiner Mitarbeiter oder Kollegen im Zusammenhang stehen. Die „Temporal Motivation Theory“ bietet sich in solchen Fällen als theoretischer Rahmen für Strukturierung des Coaching-Prozesses und die Auswahl geeigneter Coaching-Werkzeuge an.

Dr. phil Jörg Pscherer: Resilientes Selbstmanagement – eine Führungsaufgabe der Zukunft

Der wirtschaftspsychologische – Beitrag beschreibt eine Online-Studie über gesundheitsorientiertes Selbstmanagement von Führungskräften mit Implikationen für die Unternehmenspraxis. Untersuchte Variablen sind Resilienz- und Persönlichkeitsfaktoren, subjektiver Führungserfolg und Selbstmanagementkompetenzen. Wichtigstes Ergebnis der Studie mit hoher Relevanz für die moderne Arbeitswelt: Selbstvertrauen und Gewissenhaftigkeit sind die besten Prädiktoren des Erfolgserlebens, jedoch achten Führungskräfte immer noch zu wenig auf die eigene Gesundheit.

Günther Josef Mohr: Systemische Resilienz – Die Perspektiven und das Resilienz-Quadarat

Der Beitrag stellt Ergebnisse der Resilienzforschung dar und leitet daraus ein systemisches Konzept zur Resilienz ab, das diesen Begriff von anderen Konzepten im Zusammenhang psychischer Gesundheit differenziert. Das Resilienzquadrat zeigt die wesentlichen Resilienzfaktoren auf. Darauf aufbauend wird die Idee der Resilienz auf Systeme und Organisationen übertragen. Der Beitrag vertieft die Fragestellung des in Mohr (2016) diskutierten Resilienzansatzes.

Dr. Ingo Zimmermann: Coaching als Befähigung

Coaching als Instrument der Personalentwicklung wird zunehmend populärer. Bei den verschiedenen Coachingkonzepten handelt es sich um praxeologische und methodologische Orientierungen, deren metatheoretische Basis oft weitgehend unreflektiert bleibt. Dieser Aufsatz verortet Coaching als eigenständige Profession mit einem eigenständigen Ansatz innerhalb der Wissenschaften. In dem Sinne, dass Coachingprozesse Konflikte transzendieren und präsentierte Themen auf dahinterliegende Bedürfnisse zurückführen, ergeben sich signifikante Anschlusspunkte an die Theorien Johan Galtungs sowie den „Capability Approach“ in der Tradition von Amartya Sen und Martha Nussbaum. Dieser wird als metatheoretische Verortung des Verfahrens einer Praxeologie des Coachings vorangestellt.

Prof. Dr. Erik de Haan: Arbeitsfähig bleiben – Balance halten – Einsichten gewinnen

Der Autor befasst sich damit, wie Management, Coaching und Supervision zusammenarbeiten können, um die Risiken einer starken Führungsorientierung zu mildern. Er untersucht, wie eine Führungskraft, die ihr eigenes Führungsverhalten ändern und ihre verletzliche „Schattenseite“ integrieren will, ihre Qualität als Führungskraft erhalten und verbessern kann. Wie können Führungskräfte in der Arbeit mit einem Coach, der auch ihre Bedürftigkeit, Verletzlichkeit, Zweifel und Selbsttäuschung anspricht, ein Führungshandeln entwickeln, das die Qualität ihrer Führung gewährleistet? Und wie können Coaches ihre Servicequalität durch Supervision mit einem Außenstehenden gewährleisten? Es zeigt sich, dass Supervision oft einmalige Gelegenheiten bietet, verborgene Dynamiken der Führungspraxis zu erfassen und zu bedenken.

Rubrik

Praxisberichte

Isabell Diermann M.Sc.: Das Image von Supervision im Klinikkontext

In diesem Beitrag wird erstmals das Image von Supervision in Organisationen konzeptualisiert und als durch Subjektivität gekennzeichnetes, kollektives Vorstellungsbild von Supervision in den Köpfen relevanter Anspruchsgruppen definiert. Mit einer Pilotstudie werden das Image von Supervision sowie dessen Einflussfaktoren und Auswirkungen im Klinikkontext aus der Perspektive von 63 Führungskräften erforscht. Die Ergebnisse zeigen, dass basierend auf Erfahrungen mit Supervision in Selbst- und Fremdimage unterschieden werden kann. Zudem kann die Verhaltensrelevanz des Images von Supervision in Organisationen und seine potenzielle Bedeutung als prozessexterner Wirkfaktor aufgezeigt werden.

Rubrik

Diskurs

Dr. Thomas Reyer: Beratungsdschungel? Beratung, Coaching, Therapie, Supervision und mehr Differenzierung von Arbeitsformaten der Prozessberatung

Das Beratungsfeld hat sich in unterschiedliche beraterische Dienstleistungen differenziert: Beratung, Coaching, Supervision, Therapie, Mediation, Training, Moderation und noch einige mehr. Durch eine wachsende Angebotsvielfalt wird eine genaue Unterscheidung der verwendeten Bezeichnungen allerdings oft erschwert. Es wird eine Übersicht vorgestellt, die die unterschiedlichen Arbeitsformate in der Prozessberatung deutlicher zu differenzieren versucht.

Zur Zeitschrift

Organisationsentwicklung Supervision Coaching (OSC)

Weitere Informationen zur Zeitschrift OSC finden Sie unter www.osc-digital.de

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Jährlich vier Hefte. Jahresabonnement 2017: 138,15 € (inkl. gesetzlicher Mwst., zzgl. Versandkosten). Mehrwertsteuer und Versandkosten sind abhängig vom Lieferland und werden angezeigt, sobald der Titel im Warenkorb liegt. Wenn eine elektronische Version zur Verfügung steht, schließt der Bezugspreis den Online Zugang über SpringerLink mit ein.

Die Herausgeberin:
Prof. Dr. Heidi Möller

Redaktion:
Dr. Christoph J. Schmidt-Lellek

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