Zusammenfassung der Zeitschrift Organisationsberatung – Supervision – Coaching (OSC) Ausgabe 03/2014, Jg. 21

Die von Dr. Astrid Schreyögg herausgegebene Zeitschrift "Organisationsberatung – Supervision – Coaching" (OSC) (VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden) hat in der Ausgabe 3/2014 den Themenschwerpunkt "Zum Geleit: 20 Jahre den Wandel gemeistert".

Rubrik

Hauptbeiträge

Beate Fietze: Coaching auf dem Weg zur Profession? Eine professionssoziologische Einordnung

Nach einer historischen und soziologischen Einführung in die besondere Organisationsform der Professionen wird der gegenwärtige Stand der Professionalisierung von Coaching diskutiert. Während die Entwicklung der Expertise und der Organisierungsgrad deutliche Fortschritte verzeichnen, ist die Definition des spezifischen Tätigkeitsfeldes von Coaching weiterhin ungeklärt. Ein Blick auf die Entstehung von Coaching im Kontext des neuen Kapitalismus zeigt einen Zusammenhang zwischen der Deprofessionalisierung in vielen Arbeitsbereichen und einer komplementären Ausdifferenzierung und Professionalisierung von extrafunktionalen Kompetenzen. Hieran schließt die Professionalisierung von Coaching wie auch die anderer neuer Formen der reflexiven Prozessberatung an. Trotz der Relativierung des klassischen Professionsmodels bleiben die Klärung der Zuständigkeit und die Autonomie für die Qualität professioneller Arbeit auch heute die entscheidenden Herausforderungen. Für beide Aspekte bietet der Beitrag einen Ausblick.

Siegfried Greif: Coaching und Wissenschaft – Geschichte einer schwierigen Beziehung

Der Beitrag zeichnet die Geschichte des Coachings und seine Beziehung zur Wissenschaft nach. Pioniere der ersten Generation haben sich bei der Entwicklung ihrer Konzepte auf damals aktuelle wissenschaftliche Grundlagen gestützt. Ausgeprägt wissenschaftlich orientierte Ansätze, wie z. B. das Evidenzbasierte Coaching, sind jedoch erst nach der Pionierphase entstanden. In der zweiten, auf die Pioniere folgenden Praktiker-Generation sind die Bezüge zur Wissenschaft überwiegend rückläufig. Dabei unterscheiden sich die Top 50 im Internet populären Ausbildungsangebote in den USA, in Großbritannien und Deutschland. Abschließend werden alternative Entwicklungen des Coachings in der künftigen dritten Generation und ihrer Beziehung zur Wissenschaft diskutiert.

Heidi Möller, Katrin Oellerich, Denise Elisabeth Schubert, Silja Kotte: Beratungsforschung mit, für oder ohne die Praxis?

Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit Beratungsforschung und Beratungspraxis an einem Strang ziehen oder ob die Kluft zwischen ihnen immer noch unüberwindbar scheint. Dafür beschäftigen wir uns zunächst mit der Literatur zu Beratungsforschung, berichten anschließend, welche Art von Forschung sich Coachingpraktiker/innen wünschen, und stellen abschließend erste Ergebnisse aus einer empirischen Befragung von Coachingpraktiker/innen zu ihren Beweggründen, sich für oder gegen Coachingforschung zu entscheiden, vor.

Wolfgang Rechtien: Kulturelle Diversität und Realitätsdeutungen – Zur Reichweite von Beratungskonzeptionen

Theoretische und praktische Konzeptionierungen von Beratung werden als soziale Realitätskonstruktionen und Beratungsprozesse als Diskurse über solche Konstruktionen betrachtet. Insbesondere in kulturdifferenten Konstellationen treffen unterschiedliche Vorstellungen über Menschenbilder, Persönlichkeit, Krankheit/Gesundheit und interpersönliche Beziehungen aufeinander, was für den Geltungsbereich von Beratungskonzepten von erheblicher Bedeutung ist.

Astrid Schreyögg: Strukturelle Kränkungen als Thema im Coaching

Im vorliegenden Beitrag wird eine Form von Kränkungen in der Arbeitswelt dargestellt, die nicht von einem Menschen einem anderen zugefügt wird. Sondern hier handelt es sich um anonyme Formen, die aus bestimmten Konstellationen in Organisationen resultieren oder sogar aus gesellschaftlichen Bedingungen. Anhand von drei Beispielen wird gezeigt, dass der Coach hier auch sozialpolitisch gefordert ist.

Christoph Schmidt-Lellek: Resilienz und Selbstsorge im Coaching

Resilienz meint eine innere Widerstandskraft gegenüber Belastungen, Bedrohungen der körperlichen und psychischen Gesundheit, die man in sich vorfinden kann. Selbstsorge meint eine aktive, selbstverantwortliche Gestaltung der eigenen Lebensprozesse, um z. B. mit Belastungen und Bedrohungen umgehen zu können. Wenn man beide Begriffe als Polarität betrachtet, dann kann man Selbstsorge begreifen als Bemühung um ein Erkennen und Nutzen von vorfindlichen Widerstandskräften. In diesem Beitrag werden die mentalen Ressourcen für Resilienz erörtert, deren Wahrnehmung und Aktivierung im Coaching in Konflikt- oder Krisensituationen hilfreich sein können. Dies kann als eine Anleitung zur Selbstsorge verstanden werden.

Nando Belardi: Familienberatung und Ausbildungssupervision in Chengdu (V. R. China)

Der Autor hat 1981–1982 in Südchina als Gastprofessor für Sozialarbeit gearbeitet und seitdem oft das Land bereist. Eine weitere Gastprofessur fand 2013 in Chengdu (Provinz Sichuan) statt. Nach einer Darstellung der Makroebene von Kultur, Geschichte, Modernisierung und Familien in China beschreibt der Verfasser seine Erfahrungen in Beratung und Supervision.

Ferdinand Buer: Wie ich mit Supervision und Coaching in den letzten 20 Jahren gefahren bin. Berufsbiographische Geschichten des Gebens und Nehmens

In diesem Beitrag wird an einem Beispiel gezeigt, wie sich in den letzten 20 Jahren ein Prozess individueller Professionalisierung vollzogen hat. Es werden innovative Resultate zur professionellen Konzeptentwicklung von Supervision und Coaching vorgeführt. Am Ende wird philosophisches Orientierungswissen für die Beratung angeboten.

Zur Zeitschrift

Organisationsentwicklung Supervision Coaching (OSC)

Weitere Informationen zur Zeitschrift OSC finden Sie unter www.osc-digital.de

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Die Herausgeberin:
Prof. Dr. Heidi Möller

Redaktion:
Dr. Christoph J. Schmidt-Lellek

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