Zusammenfassung der Zeitschrift Organisationsberatung – Supervision – Coaching (OSC) Ausgabe 03/2012, Jg. 19

Die von Dr. Astrid Schreyögg herausgegebene Zeitschrift "Organisationsberatung – Supervision – Coaching" (OSC) (VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden) hat in der Ausgabe 3/2012 den Themenschwerpunkt "Paradigmenwechsel zum internen Coaching?".

Rubrik

Hauptbeiträge

Günther Mohr: Internes Coaching in der Gruppe

Für ein internes Coaching-System in einem Unternehmen wurde eine Studie zu den Wirkbedingungen und den Auswirkungen von Coaching durchgeführt. Zunächst wird mithilfe der QCA (Qualitative Comparative Analysis) nach Kagin der Zusammenhang zwischen unabhängigen Variablen der Teilnahme an der Gruppe und der abhängigen Variable der „Übertragung zusätzlicher Verantwortung“ durch die Firma betrachtet. Die zweite Stufe besteht in einer inhaltsanalytischen Betrachtung einer Befragung der Teilnehmer zu Wirkbedingungen und Effekten der Coaching-Gruppen. Die dritte Stufe enthält den Vergleich mit einer strukturierten Befragung zu genauen Kriterien der Auswirkung der Coaching-Gruppen, in wieweit innerhalb eines Jahres die wichtigste professionelle Fragestellung des jeweiligen Teilnehmers vorangebracht werden konnte. Das Ergebnis ergab eine Fülle von Anregungen und zeigt einige Kernfaktoren eines solchen Coaching-Systems.

Viktoria Zaggl: Einführung von Internem Coaching in die Organisation eines Handelsbetriebes

Die Autorin beschreibt eine Bedarfserhebung zur Einführung eines Internen Coaching-Konzepts in einem Handelsbetrieb sowie dessen Implementierung. Damit soll Coaching nicht nur für das Topmanagement, sondern auch für das mittlere und untere Management nutzbar gemacht werden. Für die Bedarfsanalyse wurden mit neun Abteilungsleitern Interviews mit einem vorstrukturierten Fragebogen geführt. Auf der Basis dieser Interviews wurde ein maßgeschneidertes Coaching-Konzept erstellt. Coaching ist demnach eine freiwillige, zeitlich begrenzte, individuelle, methodengeleitete, auf Vertrauen basierende, interne Beratungsoption für neu ernannte Führungskräfte

Nina Jahn: Coaching von Dual Career Couples als organisationsinternes Angebot

Die Thematik der Dual Career Couples hat in den letzten Jahren deutlich an Relevanz gewonnen. Dies äußert sich zum einen in einer gestiegenen Anzahl von Publikationen. Zum anderen haben einige Firmen inzwischen die Bedürfnisse der Dual Career Couples erkannt und setzen sie gezielt bei der Suche nach den „high potentials“ ein. Weiterhin wird verdeutlicht, warum es auch für einen internen Coach wichtig ist, die Herausforderungen, Besonderheiten und Chancen von Dual Career Couples im Coaching-Prozess zu berücksichtigen. Es werden die häufigsten Spannungsfelder aufgezeigt und anhand von Beispielen und Erfahrungen verdeutlicht.

Arlette Jappe: Coaching für Wissenschaftler in der außeruniversitären Forschung

Die Autorin präsentiert ein Konzept zur Einführung eines Coaching-Programms in einem außeruniversitären Forschungsinstitut mit dem Ziel, die Exzellenz des Forschungsinstituts zu steigern. Das Papier analysiert, worin die besonderen Anforderungen der wissenschaftlichen Tätigkeit an das Coaching bestehen, und leitet aus dieser Analyse Maßnahmen für die Umsetzung ab. Zu den Ergebnissen der Analyse zählt: 1) Aus dem Tätigkeitsprofil der wissenschaftlichen Mitarbeiter ergibt sich ein Spannungsverhältnis zwischen individuellen wissenschaftlichen Karrierezielen und kurzfristigen Organisationszielen im Zusammenhang mit der Auftrags- und Drittmittelforschung; 2) Coaching sollte hauptsächlich als individuelle Karriereberatung ansetzen; 3) die Herausforderung für das Coaching-Programm besteht darin, wissenschaftliche Führungskräfte für einen bewussteren Umgang mit dem tätigkeitsimmanenten Spannungsfeld ihrer Wissenschaftler zu sensibilisieren. Das Papier analysiert daher auch den Zusammenhang zwischen individueller Beratung und übergeordneten Organisationszielen im Bereich des Wissenschafts-Coachings.

Verena Sühling: Welche Coaching-Themen ergeben sich für Mitarbeiter in Fachlaufbahnen?

Fachkarrieren sind alternative Hierarchien in Unternehmen zu Führungslaufbahnen. Sie werden von Mitarbeitern mit hoher Kompetenz und großer fachlicher Verantwortung besetzt. Personal- und Budgetverantwortung hingegen wird ihnen nicht verliehen. Der Artikel beleuchtet, wie Fachkarrieristen vor dem Hintergrund ihrer organisatorischen Einbindung und ihrer beruflichen Stellung als Experte, Schnittstelle und Katalysator gecoacht werden können. Es sind persönliche, soziale und methodische Kompetenzen, die im Coaching bearbeitet und verbessert werden.

Rubrik

Praxisbericht

Harald Pühl: Leitung mit Supervisionskompetenz

Der Beitrag beschreibt eine Supervisionsposition in einer psychiatrischen Einrichtung, die ich vor einigen Jahren noch sehr kritisch gesehen hätte, nämlich als Supervisor eine Leitungsrolle zu bekleiden und aus dieser heraus größtenteils supervisorisch zu agieren. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass dies unter günstigen Bedingungen durchaus möglich und zielführend ist. Dies wird in diesem Beitrag mit einer Fallstudie dargestellt.

Rubrik

Diskurs

Sabine Roeder-Schorr: Vom Tool zur Tugend. Gedanken zu einem möglichen Paradigmenwechsel im Coaching

Unter dem Professionalisierungsdruck im Coaching entstehen immer mehr WorkTools, die als Zeichen vermehrter Kompetenz dienen sollen. Demgegenüber steht die These, dass WorkTools ein Kennzeichen von Qualität, aber nicht damit deckungsgleich sind. WorkTools bedürfen der Einbindung in einen größeren Orientierungsrahmen. Dieser und die darauf bezogene Einordnung werden in diesem Essay dargelegt bzw. entfaltet. Zunächst wird gefragt, ob das Kennenlernen von möglichst vielen Methoden und Tools ausreicht, um erfolgreich coachen zu können. Sodann werden Leitplanken für den Coach aufgezeigt, die als Verhaltensregulative dienen können und die zugleich einen Orientierungsrahmen darstellen. Dies wird konkretisiert anhand des Modells der vier Kardinaltugenden (Klugheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit und Mäßigung) und auf seine Ergebnisse hin für den Coach und seine Arbeit befragt. Abschließend werden Ergänzungen zu den bestehenden Ausbildungen formuliert.

Zur Zeitschrift

Organisationsentwicklung Supervision Coaching (OSC)

Weitere Informationen zur Zeitschrift OSC finden Sie unter www.osc-digital.de

Bezugsmöglichkeiten:
Jährlich vier Hefte. Jahresabonnement 2017: 138,15 € (inkl. gesetzlicher Mwst., zzgl. Versandkosten). Mehrwertsteuer und Versandkosten sind abhängig vom Lieferland und werden angezeigt, sobald der Titel im Warenkorb liegt. Wenn eine elektronische Version zur Verfügung steht, schließt der Bezugspreis den Online Zugang über SpringerLink mit ein.

Die Herausgeberin:
Prof. Dr. Heidi Möller

Redaktion:
Dr. Christoph J. Schmidt-Lellek

Leserservice:
Telefon:+49 (0)6221 345-4303, Telefax:  +49 (0)6221 345-4229, E-Mail: springervs-serviceno spam@springer.com

OSC-Digital als PDF downloaden: www.osc-digital.de  

Zuschriften, die den Vertrieb oder Anzeigen betreffen, bitte nur an den Verlag.  

Springer VS: www.springer-vs.de