Zusammenfassung der Zeitschrift Organisationsberatung – Supervision – Coaching (OSC) Ausgabe 02/2017, Jg. 24

Die von Prof. Dr. Heidi Möller herausgegebene Zeitschrift "Organisationsberatung – Supervision – Coaching" (OSC) (Springer VS, Wiesbaden) hat in der Ausgabe 2/2017 den Themenschwerpunkt "Abschied und Abdanken".

Rubrik

Hauptbeiträge

Denise Hinn: Outplacement – Zum Stand des unterstützten Abschieds aus einer Organisation

Dieser Beitrag fasst den aktuellen Stand der Literatur und empirischer Studien zum Thema Outplacement zusammen. Zunächst wird auf die Definition eingegangen, und anschließend werden unterschiedliche Formen und der Prozess eines Outplacements skizziert. Ein Einblick in den Outplacement-Beratungsmarkt folgt auf eine kurze Abgrenzung zu anderen Beratungsformaten. Schließlich werden ein Überblick zum Stand der Forschung gegeben und die empirischen Ergebnisse einzelner Studien vorgestellt.

Erhard Tietel: Nach dem Betriebsrat

Im Artikel wird begründet, warum Betriebsratsvorsitzende als „paradoxe Führungskräfte“ angesehen werden können, und es wird der Rollenwandel von Betriebsräten vom Kontrolleur zum Mitgestalter des Unternehmens skizziert. Die ambivalente Einstellung von Beratern Betriebsräten gegenüber wird mit zentralen Ergebnissen der Betriebsratsforschung kontrastiert und der produktive Umgang mit dem Betriebsrat als zentrale Führungsaufgabe des Managements ausgewiesen. Im zweiten Teil des Artikels werden Ergebnisse eines Forschungsprojektes über den Ausstieg von Betriebsratsvorsitzenden präsentiert und neue berufliche Orientierungen langjährig freigestellter Betriebsräte vorgestellt.

Ullrich Beumer & Peter Boback: Aufrecht gehen! – Vom Ausstieg reifer Existenzgründer aus ihrer Führungsrolle

Sich für eine Selbstständigkeit jenseits des fünfzigsten Lebensjahres zu entscheiden, ist nicht nur ein mutiger und zuweilen auch riskanter Akt. Er ist immer begleitet von einem komplexen Prozess der Verabschiedung aus einer Rolle, die lange Zeit des Berufslebens Sicherheit, Status, Anerkennung und finanzielle Absicherung bedeutet hat. Entgegen einer Tendenz zur Idealisierung von Existenzgründungen im reiferen Erwachsenenalter soll in diesem Beitrag versucht werden, den Prozess der Ablösung im Kontext der eigenen Berufsbiographie nachzuzeichnen. Dies geschieht mit Hilfe persönlicher Erinnerungen, Aufzeichnungen und Reflexionen im Wechsel mit theoretischen Einordnungen und Verdeutlichungen. Anregungen für Coaching, Supervision und Beratungen ergänzen die eher prozesshafte Perspektive hinsichtlich der Frage notwendiger Ressourcen und Unterstützungsangebote.

Eva Jaeggi: Kann man Dankbarkeit lernen?

Dankbarkeit ist ein in der Psychotherapie wenig beachtetes Gefühl. Gestalttherapie, psychodynamische Ansätze (inklusive narzissmustheoretisch orientierte) werden analysiert, um herauszufinden, wie weit diese therapeutischen Theorien implizit oder explizit dem Gefühl der Dankbarkeit Raum geben. Die Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz dieses Gefühls auf dem Hintergrund eines sogenannt „narzisstischen Zeitalters“ gerät dabei in den Blick. Ob dieses Gefühl „erlernbar“ ist, bleibt als offene Frage stehen.

Rubrik

Praxisberichte

Rolf Haubl: Psychodynamik von Geld und Besitz in mittelständischen Familienunternehmen

Der Autor diskutiert Erfahrungen während eines Forschungsprojekts zu Familienunternehmen. In solchen Unternehmen ist die individuelle Psychodynamik der Familienmitglieder eng mit der Dynamik des notwendigen Rollenhandelns verbunden. Eine besonders kritische Situation ist die Übergabe an die nächste Generation. Diese Nachfolgeprozesse werden oft von einer unbewussten Destruktivität unterlaufen, die aus ungelösten interpersonellen Konflikten und multiplen Kränkungen resultiert. Um Familienunternehmen dabei zu unterstützen, ihre Zukunft zu sichern, müssen Berater nicht nur auf ökonomischen Gewinn, sondern auch auf emotionale Belohnungen achten. Dazu müssen sie eine Atmosphäre schaffen, die allen Beteiligten erlaubt, Hoffnungen und Ängste offen anzusprechen. Es werden verschiedene soziale Konfigurationen vorgestellt, die ein Berater gut kennen muss, will er seinen Klienten eine verlässliche Orientierung bieten.

Rubrik

Diskurs

Sandra Ohly: Arbeitszufriedenheit und Energie

Der vorliegende Artikel argumentiert, dass ein Fokus auf Energie als hoch aktivierter affektiver Zustand neue Möglichkeiten eröffnet, Wohlbefinden bei der Arbeit und Arbeitsleistung zu fördern. Dazu werden exemplarische Forschungsarbeiten dargestellt und diskutiert, etwa zu affektiven Arbeitsereignissen, Erholung und zu Merkmalen von Arbeitsaufgaben. Diese zeigen verschiedene Ansatzpunkte zur Förderung von Energie auf. Die praktischen Implikationen dieser Forschung werden dargelegt.

Robert Erlinghagen, Ullrich Beumer & Edeltrud Freitag-Becker

Sinn und Zweck von Coaching ist es u. a., Raum für Neues, Ungedachtes zu schaffen und Coachees dabei zu unterstützen, Veränderungsimpulse wirksam werden zu lassen. Dies geht nur, indem sich Coach und Coachee immer wieder auch von bestehenden Konventionen und Regeln befreien. Gelegentlich bedeutet es sogar, einen Verrat, d. h. einen bewussten Vertrauensbruch in Kauf zu nehmen. Dieser Beitrag stellt einige exemplarische Coaching-Szenen vor, geht dann der Frage der Legitimität verschiedener Formen der Regelverletzung in Organisationen nach und widmet sich schließlich dem „korrekten Verrat“ im Coaching.

Zur Zeitschrift

Organisationsentwicklung Supervision Coaching (OSC)

Weitere Informationen zur Zeitschrift OSC finden Sie unter www.osc-digital.de

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Jährlich vier Hefte. Jahresabonnement 2017: 138,15 € (inkl. gesetzlicher Mwst., zzgl. Versandkosten). Mehrwertsteuer und Versandkosten sind abhängig vom Lieferland und werden angezeigt, sobald der Titel im Warenkorb liegt. Wenn eine elektronische Version zur Verfügung steht, schließt der Bezugspreis den Online Zugang über SpringerLink mit ein.

Die Herausgeberin:
Prof. Dr. Heidi Möller

Redaktion:
Dr. Christoph J. Schmidt-Lellek

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