Zusammenfassung der Zeitschrift Organisationsberatung – Supervision – Coaching (OSC) Ausgabe 02/2015, Jg. 22

Die von Dr. Astrid Schreyögg herausgegebene Zeitschrift "Organisationsberatung – Supervision – Coaching" (OSC) (VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden) hat in der Ausgabe 2/2015 den Themenschwerpunkt "Coaching und Supervision im schulischen Kontext".

Rubrik

Hauptbeiträge

Andrea Blendinger, Susanne Tober: Supervision zur Stärkung von Resilienz am Beispiel von Gruppensupervision mit Lehrkräften

Supervision im schulischen Zusammenhang bezieht sich auf geplante und ungeplante Veränderungen von Deutungs- und Handlungsmustern des Supervisanden in Bezug auf Schüler, Eltern, Kollegen, Vorgesetzte und die Rahmenbedingungen. Anhand des Konzeps der Resilienz wird die wachstumsfördernde Wirkungsweise von Supervision verdeutlicht. Einzelne Resilienzfaktoren (Selbst- und Fremdwahrnehmung, Selbststeuerung, Selbstwirksamkeit, soziale Kompetenz, Umgang mit Stress und Problemlösen) werden mit verschiedenen Methoden befördert, wie an Praxisbeispielen aus einer Gruppensupervision von Lehrkräften gezeigt wird. Resilienz durch Supervision auszubauen, würde verlangen, Supervision an Schulen als obligatorisches Mittel zur Professionalisierung zu verankern.

Mag.Mag. Irene Terzer Prader : Direktorenstellvertretung – Sprachrohr, Prellbock oder was?

Die Rolle der Stellvertretung ist eine Herausforderung: Die Loyalität zur Schulführungskraft und das Verständnis für das Kollegium erfordern einen kontinuierlichen Balance-Akt. Dieses dauerhafte Spannungsverhältnis macht die Rolle der Stellvertretung wohl einzigartig. Trotzdem hat sie bisher wenig Beachtung gefunden: Es gibt kaum Studien und Literatur dazu. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit diesem Thema hat ergeben, dass insbesondere drei Faktoren dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen Führungskraft und Stellvertretung positiv zu beeinflussen: Rollenklarheit, menschliches Zusammenspiel und Organisation des Miteinanders.

Markus Prummer, Anna Hasmüller: Schulkultur und Mobbing

Die Organisation, Zielsetzung und der Verlauf des bayerischen Präventionsprojekts „Schule als Lebensraum – ohne Mobbing“ wird aus supervisorischer Perspektive reflektiert. Auf den verschiedenen Ebenen des Schulsystems (Organisationsebene, Schulebene, Klassenebene und Individualebene) werden Entwicklungsprozesse im Sinne eines geplanten organisatorischen Wandels in Gang gesetzt, die nicht nur eine oberflächliche Verhaltensmodifikation, sondern kulturelle Veränderungen bewirken. Insgesamt wird die Konzeption des Präventionsprojekts – das ausschließlich auf Mobbing unter Schülern abzielt – erörtert und dargelegt, inwiefern durch die Multiplikation der Maßnahmen an den Schulen ein Wandel der Organisationskultur angeregt wird.

Dr. Ulrike Steiner: Der gemeinsame Arbeitgeber. Wie wirkt sich die Loyalität zum Arbeitgeber auf das interne Coaching aus?

Im internen Coaching ist der Coach anderen Spannungsfeldern ausgesetzt als ein externer Coach, da er mit dem Coachee denselben Arbeitgeber teilt. In diesem Artikel wird der Einfluss des Loyalitätsgefühls von internem Coach und Coachee gegenüber ihrem Arbeitgeber und dessen Einfluss auf den Coachingprozess diskutiert. Coach und Coachee können sich je nach ihren Erfahrungen mit dem Arbeitgeber sowie nach ihrem aktuellen Erleben von Veränderungen unterschiedlich stark mit der Organisation verbunden fühlen. Die sich daraus ergebenden Konfliktpotenziale und Vorschläge zum Umgang damit werden in diesem Artikel dargestellt und diskutiert.

Rubrik

Praxisberichte

Susanne Haas-Breidung, Sabine Kurrer: Interkulturelle Supervision am Beispiel einer Elternlotsengruppe

Der Beitrag gibt Einblick in Struktur, Ablauf und Problembereiche einer interkulturellen Supervisionsgruppe am Beispiel von sogenannten „Elternlots/innen“. Die Teilnehmer/innen der Supervision stammen aus 5 verschiedenen Kulturen und arbeiten für das Modellprojekt NEST (Nürnberger Elternbüro Schulerfolg und Teilhabe), das die Teilhabe von Familien mit Migrationshintergrund an schulischer Bildung unterstützt. Bei der Bearbeitung der Supervisionsthemen wird sowohl die kulturelle Dimension reflektiert als auch die Individualität der Lots/innen und der systemische Kontext berücksichtigt. Als typische, wiederkehrende Anliegen sind der Umgang mit Konflikten, Grenzen der Beraterrolle sowie unterschiedliche Aspekte von Inklusion.

Dr.rer.biol.hum. Katharina Behrens: Spiegelphänomene in der interkulturellen Teamsupervision

Bei interkulturell zusammengesetzten Teams, die ihrerseits mit Klienten aus unterschiedlichen Kulturen arbeiten, hängt die Güte und Differenziertheit der Arbeit in hohem Maße vom Entwicklungsstand des Teams und dem Grad der Auseinandersetzung mit eigenen, aus der Interkulturalität erwachsenden Spannungen und Ressourcen zusammen. Noch nicht bewusste oder verbalisierbare Inhalte können sich dabei im jeweils anderen System inszenieren („doppelte Spiegelphänomene“). Die Supervision kann als Kommunikationsgefäß dienen, um die kulturelle Heterogenität im Team unter Beachtung von möglicher Verleugnung oder Überbewertung sowie idealisierender oder entwertender Selbstbeschreibungen zu reflektieren.

Christine Kentzler: Methoden zur Bearbeitung von „Abusive Supervision “ im Coaching

Coachingpraxis und Coachingforschung stehen in einem ambivalenten Verhältnis zueinander. Obwohl professionelles Coaching ohne wissenschaftlich-theoretische Fundierung kaum möglich ist, arbeiten Coachingpraktiker und Coachingforscher kaum relevant zusammen. In diesem Artikel wird beleuchtet, welchen Anforderungen an Heterogenität, Komplexität und Unschärfe sich die Coachingforschung stellen sollte und auf welche inhaltlichen Schwerpunkte sie sich konzentrieren könnte, um mehr Akzeptanz und Relevanz in der Praxis zu erlangen. Dazu werden sowohl einfachere Herausforderungen beschrieben, die sich bei der Untersuchung von Coaching ergeben, als auch grundlegende Probleme des empirischen Zugangs zum Coaching thematisiert.

Rubrik

Diskurs

Dr. Astrid Schreyögg: Fehlerkultur im Kinderschutz – Sind wir schon gut aufgestellt?

In diesem Beitrag wird gezeigt, dass die Fehlerkulturdebatte eine paradoxe Intention enthält: Fehler sind zwar unerwünscht, sie stellen aber doch eine zentrale Lernquelle dar. Im Kinderschutz wurde bislang selten aus Fehlern gelernt, sie wurden vielmehr einzelnen Sündenböcken, meistens den Mitarbeitern des ASD zugeschrieben. Im Gegensatz dazu wird hier für eine systemische Strategie plädiert, wonach nicht der einzelne Mitarbeiter, auch nicht allein sein Vorgesetzter oder nur die Leitung des Jugendamts oder nur die Ärzte in die Pflicht zu nehmen sind, sondern das gesamte staatliche Kinderschutzsystem samt Polizei und Justiz. Und aus all diesen Fehlern sollte dann gelernt werden.

Zur Zeitschrift

Organisationsentwicklung Supervision Coaching (OSC)

Weitere Informationen zur Zeitschrift OSC finden Sie unter www.osc-digital.de

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Die Herausgeberin:
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Redaktion:
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