Zusammenfassung der Zeitschrift Organisationsberatung – Supervision – Coaching (OSC) Ausgabe 02/2012, Jg. 19

Die von Dr. Astrid Schreyögg herausgegebene Zeitschrift "Organisationsberatung – Supervision – Coaching" (OSC) (VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden) hat in der Ausgabe 2/2012 den Themenschwerpunkt "Morenos Erbe im Coaching". 

Rubrik

Hauptbeträge

Michael Döller: Begegnung als ethische Maxime und Intervention im Coaching

Eine übergreifende Ethik für das Coaching gibt es ebenso wenig wie ein allgemein akzeptiertes Verständnis davon, was Coaching überhaupt ist. Anschauungen zur Ethik des Coachings leiten sich in der Regel ab aus den „Schulen“, die das Handwerkszeug für Coaching vermitteln. Psychodramatisch arbeitende Coaches folgen den ethisch-philosophischen Grundlegungen J. L. Morenos, dessen Darlegungen zu Kreativität, Spontaneität, dem „Sozialen Atom“ und zu prozessorientierter Arbeitsweise die „Begegnung“ im Moreno-Buber’schen Sinne sowohl zur ethischen Maxime erheben als auch jene als fundamentale Intervention verstehen.

Markus Schmitz: Soziometrie im Coaching

Die Analyse der eigenen Organisationseinheit und die Orientierung im Netzwerk des Unternehmens sind Voraussetzungen für den Erfolg von Führungskräften und Schlüsselpersonen. Damit werden sie oft zu Anliegen im Coaching. Die Analyse und Ordnung sozialer Netzwerke ist der Kern der Soziometrie. Damit hat sie ein ertragreiches Potenzial zu Bereicherung des Methodenrepertoires des Coachings und kann es erheblich mit Beratungsansätzen bereichern. Der Artikel analysiert die Wirkungsfaktoren der Soziometrie im Coaching, systematisiert sie und stellt ihre Anwendungsmöglichkeiten dar.

Claus Rothenbücher: Organisationsaufstellung im Konfliktmanagement

Im vorliegenden Artikel betrachten wir die Organisationsaufstellung als Ansatz zur Konfliktlösung. Nach einer Erläuterung der Grundlagen der Kommunikation anhand des „Vier-Seiten-Modells der Kommunikation“ folgt eine Darstellung verschiedener Konfliktarten. Anschließend betrachten wir den systemischen Hintergrund der Organisationsaufstellung ebenso wie deren Vorgehensweise. Vor dem systemischen Hintergrund folgt eine kurze Erläuterung einiger bei der Aufstellungsarbeit verwendbarer Fragetechniken. Abschließend erörtern wir, wie die Organisationsaufstellung innerhalb des Konfliktmanagements nutzbar gemacht werden kann. Zusätzlich erfolgt ein Kommentar zum Stand der Wissenschaft.

Martin Neumann: Der Einsatz literarischer Texte im Coaching

Die Praxis der Bibliotherapie zeigt, dass sich die psychischen Effekte der Lektüre literarischer Texte in der Psychotherapie nutzen lassen. Die in dieser Arbeit beschriebenen psychischen Funktionen literarischer Texte im Coaching belegen, dass ihre Verwendung in einem Stufenmodell einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung von Deutungs- und Handlungsmustern von Führungskräften leisten kann, wenn die Methode auf der Grundlage einer vertrauensvollen Coach-Klienten-Beziehung, theoriegeleitet, prozessgerecht und nicht manipulativ angewendet wird.

Telse A. Iwers-Stelljes / Maren Plaum / Judith Oerding / Angelika C. Wagner: Coaching in Introvision für weibliche Nachwuchsführungskräfte: Erste Ergebnisse

Neben äußeren Faktoren können auch Gedanken und Gefühle dem beruflichen Aufstieg von Frauen im Wege stehen. Welche Gedanken dies sind, wie sie sich zu mentalen Blockaden verdichten und so Frauen in ihrer Handlungsfähigkeit und in ihrer Aufstiegskompetenz einschränken können, wurde in dem Forschungsprojekt „Mentale Blockaden“ deutlich. Das Projekt „Mentale Blockaden“ ist ein Teilprojekt des Verbundforschungsprojekts „Aufstiegskompetenz von Frauen – Entwicklungspotenziale und Hindernisse“. Die Untersuchung zeigt, dass mentale Blockaden von weiblichen Führungsnachwuchskräften, die dem beruflichen Aufstieg entgegenstehen, durch Introvisions-Coaching reduziert werden können.

Gabriele Krause: Ausbildungssupervision im Fokus der Expertiseforschung

Ausbildungssupervision in Trainerausbildungen ist anders als in der Ausbildung von Beratern oder Therapeuten unüblich. Aktuelle Erkenntnisse der Forschung über Experten in komplexen dynamischen Domänen lassen den Schluss zu, dass Trainer in ihrer Tätigkeit maßgeblich implizite Wissensstrukturen nutzen, die unter Alltagsbedingungen einer bewussten Reflexion nicht zugänglich sind. Supervision bzw. Coaching ermöglichen eine Explikation und Veränderung impliziter Wissensstrukturen und tragen so zur Entwicklung beruflicher Professionalität bei. Es wird empfohlen, diese Beratungsformate als verbindlichen Bestandteil in Trainerausbildungen aufzunehmen.

Michael Ziemons: Blended Business Coaching

Der Beitrag stellt ein Konzept des Blended Coaching vor, das im Rahmen einer empirischen Studie im Non-Profit-Bereich evaluiert und anhand der Ergebnisse für den Profit-Bereich weiter entwickelt wurde. Im Blended Business-Coaching werden Trainingsinhalte beruflicher Weiterbildungsmaßnahmen sowohl in Internet gestützten Beratungsformen als auch im Face-to-face-Coaching in den Alltag übertragen. Die Trainingsteilnehmer erhalten so ein Transfer-Coaching, das mittels eigener Methoden, das die Vorteile beider Kommunikationsformen verbindet. Der Beitrag stellt die Forschungsergebnisse der empirischen Untersuchung und das daraufhin entwickelte Konzept vor.

Sibylle Moos Dipl.-Psych / Andrea Wittich Dipl.-Psych.: Coaching für Ärztinnen in der Facharztausbildung

Es wird ein Coaching-Gruppen-Konzept für Ärztinnen in der Facharzt-Ausbildung an einem großen Universitätsklinikum vorgestellt. Das Coaching ist abteilungsübergreifend konzipiert und umfasst jeweils fünf Sitzungen, in denen sich die Teilnehmerinnen unter professioneller Anleitung mit beruflichen Themen, die sie aktuell beschäftigen, auseinandersetzen können. Das Vorgehen ist lösungs- und ressourcenorientiert, d. h. es wird auf solche Ansatzpunkte fokussiert, die von den jeweiligen Teilnehmerinnen selbst beeinflussbar sind. Das Angebot wird rege nachgefragt. Die Teilnehmerinnen aus den bereits abgeschlossenen Gruppen vermitteln eine durchweg hohe Zufriedenheit. Die Rückmeldungen lassen vermuten, dass schon fünf Coaching-Sitzungen für die Zielgruppe entlastend und hilfreich wirken können.

Rubrik

Diskurs

Ferdinand Buer: Über die Wertschätzung der Wertschätzung in Organisationswelten. Oder: Wie man sein Glück in der Arbeit verspielen kann

In diesem Beitrag wird eine Position kritisiert, die die Forscher und Berater Mirko Zwack, Audris Muraitis und Jochen Schweitzer-Rothers in einem Aufsatz in der OSC 4/2011 vertreten haben. Danach kann persönliche Wertschätzung in Organisationen nicht erwartet werden. In diesem Beitrag wird die entgegen gesetzte Position vertreten: Ohne gegenseitige Wertschätzung kann weder eine Organisation gut funktionieren, noch können die Mitglieder zufrieden sein. Eine solche wertschätzende Konstruktion der Organisationswirklichkeit müsste Wissen integrieren zu den Themen: Ethik, Glück, Organisation als Interaktionssystem, Macht und Spiel.

Zur Zeitschrift

Organisationsentwicklung Supervision Coaching (OSC)

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Die Herausgeberin:
Prof. Dr. Heidi Möller

Redaktion:
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