Zusammenfassung der Zeitschrift Organisationsberatung – Supervision – Coaching (OSC) Ausgabe 01/2017, Jg. 24

Die von Dr. Astrid Schreyögg herausgegebene Zeitschrift "Organisationsberatung – Supervision – Coaching" (OSC) (Springer VS, Wiesbaden) hat in der Ausgabe 1/2017 den Themenschwerpunkt "Der Mensch in der Personalarbeit".

Rubrik

Hauptbeiträge

Dr. A. Schreyögg: Coaching, Training und Co – ist das alles Personalentwicklung?

Im vorliegenden Beitrag werden Coaching und verwandte Formen personenorientierter Beratung im Rahmen von Personalentwicklung (PE) verhandelt. Nach einer Darstellung der historischen Genese von PE, ihrem spezifischen Gegenstand, ihren Zielen und Anlässen zeigt die Autorin, welchen Stellenwert Coaching, Supervision, Mediation, Mentoring und Outplacementberatung im Kontext von PE heute haben.

Stefanie Heinrich: Life-Coaching zur Entwicklung der Lebenszufriedenheit

Im Pretest-Posttest-Design mit zwei Messwiederholungen, Kontrollgruppe und 19 Klienten wird mittels Methodenmix untersucht, ob ein Life-Coaching eine Lebensunzufriedenheit verändert. Im Ergebnis verringerten sich diese bei 81 % der Klienten bzw. sie löste sich auf. Belastungen wurden um 100 % (T(11) = 4; p < 0,005), Beanspruchungen um 88 % reduziert. Signifikant war der Rückgang der emotional-kognitiven Beanspruchungen um 89 % (T(13) = 0; p < 0,005). Die Stressbelastung war signifikant niedriger (T(13) = 20; p < 0,05). Es bestand ein Innersubjekteffekt zwischen Intervention und einer der Subskalen, F(1,24) = 5,776; p = 0,024.

Thomas Kretschmar & Moritz Senarclens de Grancy: Containing als Führungsaufgabe in Zeiten der Unternehmensveränderung

Der Veränderungsdruck der Globalisierung stellt immer höhere Herausforderungen an Führungskräfte und Mitarbeiter. Doch anders als technische Prozesse lassen sich die bei Menschen erforderlichen Phasen der psychischen Ausarbeitung nicht beliebig beschleunigen. Auf der emotionalen Ebene geht es daher zunehmend darum, mit steigendem Erwartungsdruck, Frustration und zwischenmenschlichen Spannungen umzugehen. Es braucht insofern einen praktikablen Ansatz für den Umgang mit affektbetonten Situationen, wie ihn etwa das Container-Contained-Modell bietet. Der Beitrag untersucht die Wirksamkeit des Theoriemodells im Organisationsalltag mit Blick auf Unternehmensveränderungen und Executive Recruitment.

Sylke Langenbeck, Jens Nachtwei & Sebastian Uedelhoven

In der Literatur wird wiederholt von Qualitätsschwankungen in der Personalberatung berichtet. Dass Potenzialanalyseverfahren einen qualitätssichernden Beitrag bei der Personalauswahl, einer der Haupttätigkeitschwerpunkte von Personalberatungen, leisten können, gilt als empirisch belegt. Dennoch finden wissenschaftlich fundierte Potenzialanalyseverfahren nicht in zufriedenstellendem Maße ihren Weg in die Praxis. Hohe Verantwortung ist bei Personalberatungen zu sehen, die gute Auswahlverfahren an ihre Klienten herantragen sollten. Es wird diskutiert, wie der Personalauswahlprozess an Qualität gewinnen kann.

Rubrik

Praxisberichte

Christiane von Schachtmeyer: Coaching und Mentoring

Das Projekt „Mentoring für den weiblichen Führungskräftenachwuchs an Hamburger Schulen“ hat das Ziel, mehr weibliche Führungskräfte für Hamburger Schulen zu rekrutieren. Als Schulleiterin hat die Autorin als Mentorin teilgenommen. Sie erörtert folgende Fragestellungen: Worin bestehen die Unterschiede zwischen Mentoring und Coaching? Wo liegen die Grenzen des Mentoring? Wann ist Coaching zu bevorzugen? Wie können sich Coaching und Mentoring sinnvoll ergänzen? Ein Mentor muss sich seiner Position als Mitglied der jeweiligen Organisation voll bewusst sein; er muss z. B. bei Konflikten mit Vorgesetzten erwägen, ob nicht besser ein externer Coach heranzuziehen ist.

Anke Larro-Jacob: Wie kann die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung gelingen?

Die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung ist für alle Unternehmen in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Die konkrete Umsetzung stellt sich aber häufig als große Herausforderung dar. Die Autorin beschreibt aus ihrer Praxiserfahrung heraus die wichtigsten Erfolgsfaktoren und Stolpersteine, die dabei zu beachten sind. Diese Übersicht kann den Akteuren im Unternehmen als wertvoller Leitfaden dienen. Am Beispiel des Moderierten Verfahrens der B·A·D GmbH wird der Ablauf einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung skizziert.

E. Haghiri Limoudehi: Metaphern und Märchen in der Supervision

Der folgende Artikel legt dar, dass ein Supervisand mithilfe von Metaphern und Märchen indirekt und angenehmer mit weniger Widerstand als im Normalfall erreicht werden kann. Hierbei können die indirekt vermittelten Inhalte durch Aha-Erlebnisse besser aufgenommen werden. Neben einer Definition von Metaphern und Märchen wird unterstützenderweise auf die Forschungsarbeit von Lakoff und Johnson (2014) eingegangen.

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Diskurs

Heike Hanold-Lynch: Glaubwürdigkeit – Das Wesentliche wirken lassen, bis es wirkt

Darstellerische Glaubwürdigkeit ist menschliche Glaubwürdigkeit. Diese hat mehr mit Sein als Schein zu tun, ist kein So-tun-als-ob. Glaubwürdige Persönlichkeiten wirken wie glaubwürdige Schauspieler durch sich selbst und aus sich selbst heraus, in lebendigem Kontakt mit dem Gegenüber. Die Voraussetzung dafür ist Vertrauen in die eigene Identität durch Verwurzelung in authentischer Erfahrung, denn jede Performance entwickelt sich aus dem individuellen Sein, unabhängig von Inhalt, Form und Methodik. Die Autorin beschreibt ihren Coachingansatz, der Glaubwürdigkeit und Wesentlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Ihr hier erstmals vorgestelltes Glaubwürdigkeitsmodell und dessen Methoden existentieller Wesentlichkeit bestehen auch den Transfer zu anderen Zielgruppen.

Beate West-Leuer: Alles Coaching oder was?!

„Internes Coaching“ beschreibt und diskutiert ganz unterschiedliche Facetten interner Beratung. Coaching wird dabei weniger als eigenständige Profession porträtiert, sondern als eine interne Beratungsleistung verstanden, die von unterschiedlichen Rolleninhabern angeboten und durchgeführt wird. Mitarbeiter der Personalabteilung, Führungskräfte oder auch freigestellte interne Berater vermitteln Einblicke in ihre Beratungspraxis in Unternehmen. Dabei stellt sich auch heraus, dass internes Coaching aus den Firmen nicht mehr wegzudenken ist. So ist dieses Buch für interne und externe Coaches gleichermaßen relevant. Denn eine Auseinandersetzung mit den Coachingkompetenzen und Coachingangeboten des jeweils anderen Formats wird dazu führen, die eigene Position zu schärfen und die Zusammenarbeit zu professionalisieren.

Zur Zeitschrift

Organisationsentwicklung Supervision Coaching (OSC)

Weitere Informationen zur Zeitschrift OSC finden Sie unter www.osc-digital.de

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Die Herausgeberin:
Prof. Dr. Heidi Möller

Redaktion:
Dr. Christoph J. Schmidt-Lellek

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