Zusammenfassung der Zeitschrift Organisationsberatung – Supervision – Coaching (OSC) Ausgabe 01/2016, Jg. 23

Die von Dr. Astrid Schreyögg herausgegebene Zeitschrift "Organisationsberatung – Supervision – Coaching" (OSC) (Springer VS, Wiesbaden) hat in der Ausgabe 1/2016 den Themenschwerpunkt "Theorie und Methodik der Beratung an der Universität Kassel".

Rubrik

Hauptbeiträge

Silja Kotte, Denise Hinn, Katrin Oellerich, Heidi Möller: Der Stand der Coachingforschung: Kernergebnisse der vorliegenden Metaanalysen

Der vorliegende Beitrag gibt einen quantitativen Überblick über den Stand der Coachingforschung. Dazu wird zunächst ein Einblick in den Status quo der wissenschaftlichen Publikationslandschaft vermittelt. Anschließend werden die Ergebnisse der vier inzwischen zu Coaching vorliegenden Metaanalysen zusammengefasst. Dabei werden Ergebnisse zur Wirksamkeit von Coaching dargestellt. Hier wird genauer auf unterschiedliche Ergebnismaße und den Einfluss des Studiendesigns eingegangen. Sodann werden Ergebnisse zu Wirkfaktoren dargestellt, konkret zur Gestaltung des Coachingprozesses und -settings, zur Coach-Coachee-Beziehung sowie zu Merkmalen von Coach und Coachees. Der Beitrag endet mit einer Zusammenfassung und Einschätzung des Forschungsstandes.

Alina Goebel, Denise Hinn: Die Bedeutung des Mentalisierungskonzepts für Coaching

Für Führungskräfte ist es essentiell, in Interaktionen treten und Konflikte lösen zu können, um ein hohes Funktionsniveau innerhalb der organisationalen Strukturen zu erlangen bzw. aufrecht zu erhalten. Dafür müssen sie in der Lage sein, die intentionalen mentalen Zustände von sich selbst und ihren Interaktionspartnern zu verstehen und ihnen adäquate Bedeutungen zuzuschreiben, um angemessen darauf reagieren zu können. Diese Fähigkeit bezeichnet man als Mentalisieren. Mit Hilfe der Mentalisierungsbasierten Therapie (MBT) kann eine Verbesserung der Mentalisierungsfähigkeit erreicht werden. Am Fachgebiet für Theorie und Methodik der Beratung der Universität Kassel wurde daher exploriert, ob ein Mentalisierungsbasiertes Coaching in Anlehnung an die mentalisierungsbasierte Therapie hilfreich wäre.

Katrin Oellerich: Negative Effekte von Coaching und ihre Ursachen aus der Perspektive der Organisation

Negative Effekte von Business-Coaching und ihre Ursachen waren bisher kaum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. In dieser qualitativen Studie werden erstmals die Perspektive der Organisation auf negative Effekte und deren Einflussfaktoren untersucht. Als zentrale negative Effekte wurden eine als zu stark empfundene Entwicklung, Kündigungen und eine nachhaltige Verunsicherung von Klienten, die mangelnde Nachhaltigkeit der Wirkungen sowie ein ungenügender Return on Investment gefunden. Als Ursachen werden u. a. die Einstellung in der Organisation zu Coaching, mangelnde Auftragsklärung, fehlende Motivation von Klienten und die Arbeitsweise von Coaches gesehen.

Johanna Quendt, Katrin Oellerich: „Wir mussten Coaching erstmal salonfähig machen“. Differenzierung und Wandel von Coachingkulturen in Organisationen

In diesem Beitrag wird die Coachingkultur als der Teil der Organisationskultur definiert, der die Vorstellungs- und Handlungsmuster in Bezug auf Coaching sowie die Wahrnehmung und Bewertung von Coachingergebnissen und -wirkweisen betrifft. Eine qualitative Studie, in der 15 Experten aus insgesamt sechs Großunternehmen befragt wurden, ergab, dass zwischen Positiv- und Negativ-Kulturen unterschieden werden kann. In der Studie wurde ein Trend zur Positiv-Kultur gefunden, deren Entwicklung einer aktiven Unterstützung bedarf. Dies deckt sich mit der vorliegenden Literatur. Es wird davon ausgegangen, dass die Coachingkultur ein relevanter Faktor für die Wirksamkeit von Coaching ist.

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Praxisberichte

Silja Kotte, Svenja Taubner: Mentalisierung in der Teamsupervision

Der vorliegende Beitrag fokussiert auf Mentalisierung im Rahmen von Teamsupervision. Zunächst wird genauer auf „Mentalisierungseinbrüche“ eingegangen, indem verschiedene „prämentalisierende Denk-Modi“ anhand des Beispiels einer Teamsupervision erläutert werden und erklärt wird, wann bzw. wodurch diese zustande kommen. Über das generelle Modell der stressabhängigen Mentalisierung hinaus wird auf Einflussfaktoren eingegangen, die im organisationalen Kontext mentalisierungsförderlich und -hinderlich wirken können. Anschließend wird verdeutlicht, wie Mentalisierung in der (Team)Supervision genutzt werden kann und inwiefern sich Haltungen und Interventionen aus der Mentalisierungs-Basierten Therapie (MBT) in der Teamsupervision übersetzen lassen.
 

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Diskurs

Heidi Möller, Marion Hellebrandt: Wie wissenschaftlich fundiert sind Coaching-Weiterbildungen?

Die Autorinnen untersuchen die wissenschaftliche Fundierung von Weiterbildungen. Auf der Grundlage von Curricula zertifizierter Weiterbildungen wurde überprüft, ob wissenschaftlich fundierte Theorien und Konzepte in der Weiterbildung integriert sind. Die Ergebnisse zeigen, dass die betrachteten Curricula nur wenige von Wissenschaftlern als relevant erachtete Konzepte berücksichtigen. Weiterhin sind innerhalb der Curricula keine Bezüge zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen im Zusammenhang zu genannten Konzepten und nur wenige Verweise auf Autoren oder Modelle vorzufinden. Auf der Grundlage der durchgeführten Studie ist die wissenschaftliche Fundierung der untersuchten Curricula fraglich.

Zur Zeitschrift

Organisationsentwicklung Supervision Coaching (OSC)

Weitere Informationen zur Zeitschrift OSC finden Sie unter www.osc-digital.de

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Jährlich vier Hefte. Jahresabonnement 2017: 138,15 € (inkl. gesetzlicher Mwst., zzgl. Versandkosten). Mehrwertsteuer und Versandkosten sind abhängig vom Lieferland und werden angezeigt, sobald der Titel im Warenkorb liegt. Wenn eine elektronische Version zur Verfügung steht, schließt der Bezugspreis den Online Zugang über SpringerLink mit ein.

Die Herausgeberin:
Prof. Dr. Heidi Möller

Redaktion:
Dr. Christoph J. Schmidt-Lellek

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