Zusammenfassung der Zeitschrift Organisationsberatung – Supervision – Coaching (OSC) Ausgabe 01/2014, Jg. 21

Die von Dr. Astrid Schreyögg herausgegebene Zeitschrift "Organisationsberatung – Supervision – Coaching" (OSC) (VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden) hat in der Ausgabe 1/2014 den Themenschwerpunkt "Empirische Erkundungen zum Coaching".

Rubrik

Hauptbeiträge

Doris Cornils, Anna Mucha & Daniela Rastetter: Mikropolitisches Kompetenzmodell

Die Aneignung von Kompetenzen ist eine Grundanforderung an jede Führungskraft. Mikropolitische Kompetenz ist jedoch noch wenig erforscht. Im Forschungsprojekt „Mikropolitik und Aufstiegskompetenz von Frauen“ wurde deshalb unter Einbezug der Kategorie Gender untersucht, ob mikropolitische Kompetenz durch Coaching erworben werden kann und für den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen förderlich ist. Daraus resultiert das Mikropolitische Kompetenzmodell (MKM), das Hauptgegenstand dieses Beitrags ist. Nach einer Einführung in die Studie folgen eine theoretische Darlegung des MKM und eine Definition der vier Kompetenzklassen mikropolitischer Kompetenz. Im abschließenden empirischen Teil werden Nutzen und Anwendbarkeit des Modells an Fallbeispielen exemplarisch dargelegt.

Denise Klenner & Barbara Bischofberger: Übungsformen in Coaching-Weiterbildungen – Ergebnisse einer Online-Befragung

Die Forschung zur Coaching-Weiterbildung hat aus einer evaluativen Perspektive bisher vor allem die Zufriedenheit und die Kompetenzentwicklung auf Seiten der Weiterbildungsteilnehmer/innen in den Blick genommen. Die vorliegende Studie richtet ihren Fokus dagegen auf die Konzeptualisierung von Weiterbildungen, und zwar spezifisch auf den Praxisanteil und die Übungsformen, die in Coaching-Weiterbildungen eingesetzt werden. In einer Online-Befragung konnten hierzu Angaben von 209 Weiterbildungsleiter/innen gewonnen werden.

Wolfgang Kühl: Wirkungen von Führungskräfte-Coachings in der Sozialen Arbeit

Auf der Grundlage von 18 Interviews mit Führungskräften der Sozialen Arbeit, die an einem Coaching teilgenommen haben, werden die Wirkungsbeschreibungen der Interviewten inhaltsanalytisch ausgewertet. Demnach wird das Coaching neben der Verbesserung der Personalführung im Hinblick auf die individuelle Selbstreflexion und vor allem die Konfliktbewältigung als wirksam erlebt.

Carsten C. Schermuly & Franziska Anna Bohnhardt: Und wer coacht die Coaches?

Business-Coachings haben sich als eines der bedeutendsten Personalentwicklungsinstrumente etabliert. Der wissenschaftliche und praxisorientierte Blick auf das Thema Risiken und Nebenwirkungen von Coachings ist bislang aber kaum erfolgt. In diesem Artikel werden erste empirische Ergebnisse einer Berliner Forschungsgruppe zum Thema negative Effekte von Coaching für Klienten vorgestellt. Weiterhin wird der Frage nachgegangen, welche negativen Effekte des Coaching-Berufs für Coaches auftreten. Dafür wurden 20 problemzentrierte Interviews mit erfahrenen Business-Coaches durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass negative Effekte für Coaches ähnlich vielfältig sind wie die für Klienten. Überschneidungen hinsichtlich der Ursachen für negative Effekte von Coachings für Coaches und Klienten bestehen beispielsweise bei Problemen der Abgrenzung zwischen Psychotherapie und Coaching.

Doris Dietachmair & Arthur Drexler: Das Planspiel Burgschwand als Erwerbsförderungsmaßnahme

Im Berufsleben spielen neben fachlichen Qualifikationen ebenso soziale, personale und methodische Kompetenzen eine zentrale Rolle. Personen, die sich in den Arbeitsmarkt (re-)integrieren wollen, sollten deshalb über ihre Fähigkeiten gut Bescheid wissen. Verschiedene Erwerbsförderungsmaßnahmen zielen auf die selbstreflexive Auseinandersetzung mit den eigenen Kompetenzen ab, wie z. B. das Planspiel Burgschwand. Vermehrtes Selbstvertrauen für die Arbeitssuche, die Konkretisierung beruflicher Ziele und die Steigerung von Antrieb und Motivation sollen dadurch bewirkt werden, und die Untersuchung dieser Effekte ist Gegenstand der Wirkungsstudie.

Michael Cramer & Anne Sauer: Motivational Interviewing im Coaching

Motivational Interviewing (MI) hat sich in verschiedenen therapeutischen Zusammenhängen, in denen zunächst der Aufbau einer intrinsischen Veränderungsmotivation beim Klienten im Vordergrund steht, als empirisch wirksames Gesprächsführungskonzept erwiesen. Anhand von Fallbeispielen zeigen wir auf, bei welchen typischen Coaching-Anliegen MI sinnvoll eingesetzt werden kann. Die Kombination aus der Grundhaltung des MI und seinen Gesprächsführungstechniken erlaubt dem Coach einen sicheren und hilfreichen Umgang mit Ambivalenz und Widerstand des Coachees. Der Coachee wird dabei unterstützt, seine Ambivalenz aufzulösen und veränderungsbezogene Entscheidungen zu treffen. Da MI eine komplexe Methode darstellt, sprechen wir uns für eine Integration von MI in curriculare Coaching-Ausbildungen und die empirische Beforschung von MI-Effekten im Coaching-Kontext aus.

Rubrik

Diskurs

Volker Jörn Walpuski: Smart Devices in Organisationen – Von Regelungen für die Allgegenwärtigkeit von computergestützter Kommunikation

Mobile Kommunikationsgeräte wie Smartphones spielen eine wichtige Rolle für die Effizienzsteigerung, Verdichtung und Subjektivierung von Arbeit. Sie entgrenzen vielfach und haben Einfluss auf die Arbeitsorganisation wie auf Erschöpfung und Erholung. Gesetzliche Regelungen werden in Organisationen nicht umgesetzt oder passen nicht. Organisationen fällt es schwer, selbst Regelungen zu finden, weil zahlreiche Widersprüche bestehen. Dennoch ist es für Organisationen sowohl unter Wettbewerbsaspekten wie in Fragen der Betrieblichen Gesundheitsförderung ratsam, Klärungsprozesse zu Erreichbarkeitszeiten durchzuführen. Beratung kann Aushandlungsprozesse unterstützen.

Manfred Helbing: Über die Bedeutung der Beziehung im Coaching

In diesem Beitrag wird die Frage aufgegriffen, welche Funktionen der Arbeitsbeziehung im Coaching zukommen. Angelehnt an Überlegungen von Neukom et al. (OSC 18(3):317–332, 2011), die die Arbeitsbeziehung sowohl als Voraussetzung für Coaching-Prozesse als auch als das Medium ansehen, in dem Coaching stattfindet, wird versucht, das Konzept der Arbeitsbeziehung auszudifferenzieren. Darüber hinaus wird aufgezeigt, dass viele Wirkfaktoren im Coaching unterschätzt oder übersehen werden, da sie nur als Teil der Beziehung und nicht als eigenständige Faktoren wahrgenommen werden.

Zur Zeitschrift

Organisationsentwicklung Supervision Coaching (OSC)

Weitere Informationen zur Zeitschrift OSC finden Sie unter www.osc-digital.de

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Die Herausgeberin:
Prof. Dr. Heidi Möller

Redaktion:
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