Zusammenfassung der Zeitschrift Organisationsberatung – Supervision – Coaching (OSC) Ausgabe 01/2013, Jg. 20

Die von Dr. Astrid Schreyögg herausgegebene Zeitschrift "Organisationsberatung – Supervision – Coaching" (OSC) (VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden) hat in der Ausgabe 1/2013 den Themenschwerpunkt "Organisationsberatung – neu gesehen".

Rubrik

Hauptbeiträge

Margarete Boos, Christina Grubendorfer, Dorothea Mey: Hochschule als Marke

In diesem Beitrag wird diskutiert, inwiefern Hochschulen den Charakter einer Marke gewinnen können. Markenentwicklung wird dabei primär nicht als nach außen gerichtetes Marketinginstrument gesehen, sondern als interne Strategie, in der sich die Hochschule mit ihren Entwicklungsfeldern und Herausforderungen auseinandersetzt und eine Identität entwickelt. Zehn Schritte im Prozess der Markenentwicklung werden skizziert und ein Konzept der Markenpositionierung speziell für Hochschulen vorgestellt.

Sebastian Kunert, Stephan Bedenk: Die Professionalisierung der Organisationsberatung und die Rolle der Wissenschaft

Der Diskursbeitrag verhandelt die mögliche Rolle der Wissenschaft für eine weitere Professionalisierung der Organisationsberatung. Die Autoren argumentieren, dass eine professionalisierte Organisationsberatung zum einen Alleinstellungsmerkmale gegenüber Nachbardisziplinen und angrenzenden Berufen entwickeln und zum zweiten noch stärker die Wirksamkeit ihres Handelns nachweisen muss. Hierbei ist neben festgeschriebenen berufsständischen Normen vor allem die stärkere Nutzung von wissenschaftlich fundiertem Spezialwissen in der Organisationsberatung ein sinnvoller Weg. Es werden verschiedene Möglichkeiten beschrieben, auf den Wissens- und Methodenkanon der etablierten Wissenschaften zurückzugreifen, und in ihrem Wert für die Organisationsberatung kritisch hinterfragt.

Nicole Hüttner: Entwicklung ländlicher Kommunen

In der "Zukunftswerkstatt Lichtenberg" engagieren sich Bürger partei- und vereinsübergreifend mit dem Ziel, ihren Wohnort zukunftsfähig aufzustellen. Der Slogan der Zukunftswerkstatt "Du und ich – Wir sind Lichtenberg" bringt auf den Punkt, dass die Bürger zunehmend selbst Verantwortung tragen wollen und müssen. Bisher wurden drei Pilotprojekte erfolgreich abgeschlossen. Mit dem Stadtrat werden Verantwortlichkeiten und Ressourcen abgestimmt, um die Arbeit wirksam zu verankern. Am Beispiel des Arbeitskreises Leitbild wird der Prozess von der Entwicklung bis zur offiziellen Verabschiedung des Leitbildes durch den Stadtrat verdeutlicht. Der Artikel gibt Anregungen, wie andere engagierte Bürger von den Erfahrungen profitieren können.

Brigitte Schigl: Wie gefährlich kann Supervision sein?

Risiken für Nebenwirkungen und Schäden, die durch Supervision auftreten können, sind bisher kaum diskutiert worden. Dieser Artikel entstand im Umfeld des Departments für Psychotherapie und biopsychosoziale Gesundheit der Donau Universität Krems und versammelt Daten aus verschiedenen Studien zu dem Thema. In einer Triangulation qualitativer und quantitativer Empirie werden Aussagen aus einer Literaturanalyse, Sicht von Expert/innen und (geschädigten) Supervisand/innen zu Struktur- und Prozessvariablen kombiniert: Persönlichkeit und Kompetenz des/der Supervisor/in, Auftrag und Setting, Passung, Interventionen, Umgang mit Verschwiegenheit sowie Risikobedingungen für Schäden und Verletzungen in der Supervision. Des Weiteren werden Definitionen für Risiko, Schäden und Nebenwirkungen sowie Schlussfolgerungen für Qualitätssicherung in der Supervision skizziert.

Rubrik

Praxisberichte

Philipp Stahl: Supervision der Geschäftsführung kleiner freier Träger der Sozialen Arbeit

Der ökonomische Druck, unter dem soziale Organisationen stehen, nimmt immer mehr zu. Leitungssupervision und Führungs-Coaching können kleinere Träger bei der Implementierung eines sozialen Managements, der Integration einer geeigneten Führungsstrategie und bei Maßnahmen der Personalentwicklung unterstützen, um in Zeiten knapper Ressourcen bestehen zu können. Die Einführung wirtschaftlicher Denk- und Handlungsmuster wird oft als Bedrohung wahrgenommen und gilt als nicht vereinbar mit den traditionellen Werten der Sozialen Arbeit. Zwei detaillierte Praxisberichte schildern Probleme und Lösungen im Supervisions- und Coaching-Prozess.

Andreas Schulz: Teamsupervision in Zeiten des Umbruchs

Systemveränderungen können in Teams zu starken Belastungen und zu einer Einschränkung professionellen Handelns führen. Emotionen wie Angst, Hoffnungslosigkeit und der Verlust von Sinnhaftigkeit treten in den Vordergrund des Erlebens und bedürfen einer Reflexionsbühne, die das Team und seine Kompetenzen stärkt.

Patrik Kramer: Supervision mit Ehrenamtlichen

Zusammenfassung Zum besseren Verständnis für die Anforderungen an die Supervision mit Mitarbeitern der Telefonseelsorge werden die Organisationsstruktur und das spezifische Setting der telefonischen Beratung dargestellt. Die Motive der ehrenamtlichen Mitarbeiter erweisen sich als vielfältig und wandeln sich von einem selbstlosen Helferwunsch hin zu einem verstärkten Bedürfnis nach Persönlichkeitsentwicklung. In der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen nimmt der Supervisor eine besondere Rolle ein, die neben der eigentlichen Supervisionsarbeit auch die Verbesserung der Grundlagen professioneller Beratungsarbeit umfasst. Zum Abschluss wird die praktische supervisorische Arbeit bei häufig auftretenden Themengebieten wie Interventionen bei existenziellen Krisen sowie der Umgang mit sexuell motivierten Anrufen und Daueranrufern an Hand von Fallbeispielen erläutert.

Rubrik

Diskurs

Ferdinand Buer: Glück in der Arbeit durch eine beglückende Beratung in Muße

Nach einer Rezension von vier Neuerscheinungen, die sich mit dem Thema Glück aus soziologischer, ökonomischer, psychologischer und philosophischer Sicht befassen, wird aufgezeigt, welche Bedeutung die Muße in der heutigen Arbeitsgesellschaft für das Glücklichsein gerade auch von Professionellen hat. Das hat zur Konsequenz für die Beratung: Sie muss beide Lebensweisen integrieren, damit ihre Adressat/innen ihre Chancen zu ihrem Glück umfassend nutzen können

Zur Zeitschrift

Organisationsentwicklung Supervision Coaching (OSC)

Weitere Informationen zur Zeitschrift OSC finden Sie unter www.osc-digital.de

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Die Herausgeberin:
Prof. Dr. Heidi Möller

Redaktion:
Dr. Christoph J. Schmidt-Lellek

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