Rezension von Olaf Hinz

Der Name Thomas Webers steht in der deutschsprachigen Coaching-Literatur für Qualität und Kompetenz. Die zweite Auflage seines Standardwerkes „Systemisches Coaching“ hat er noch einmal überarbeitet und aktualisiert – und in jeder Zeile ist spürbar, der Autor kennt sich im Feld des Coachings aus und ist in der Profession breit vernetzt.

Gliederung und Darstellung folgen dem Prinzip eines Lehrbuches: Lernziele am Beginn jedes Kapitels und  umfangreiche Literaturangaben am Ende. Ein hilfreiches Glossar und Stichwortverzeichnis runden die Usability des Buches gut ab. Eine Fülle von anschaulichen Beispielen und hilfreichen Case Studies erleichtern das Lesen des nicht trivialen Inhaltes.

Auf rund 300 Seiten erhält der Leser in 15 Kapiteln einen umfassenden Einblick in den aktuellen Stand des professionellen systemischen Coachings und lernt alle wichtigen systemischen Blickwinkel und psychologischen Modelle kennen. Der Autor spannt dabei weite Bögen von aristotelischer Philosophie über Brechtsche Literatur bis hin zur Reformpädagogik der Maria Montessori.

Entlang des Narrativs „Coaching als Koproduktion zwischen Coach und Klient“ führt Webers die Leser durch Phasen, Kontexte und Modelle und erläutert die Stellung des systemischen Coaching-Ansatzes im Markt. Besonders stark ist seine Darstellung in den Kapiteln

  • Konzeptionelle Varianten, wenn über Coaching-Architektur, -Design und -Methoden so aufklärt wird, dass der Unterschied zum reinem Beratungs-Aktionismus augenfällig wird. Spätestens hier wird jeder Zweifler, der Coaching bislang nicht als anspruchsvolle Dienstleistung bezeichnet, ins Grübeln kommen müssen;
  • Methoden im Coaching, wenn deutlich wird, dass Methoden im Coaching nicht zur „Tool-Klempnerei“ verkommen dürfen;
  • Problemreflexion, wo der Autor nachvollziehbar begründet, warum systemisches Coaching sich mit dem Organisationskontext befassen muss und sich nicht nur mit der individuellen Perspektive und der Selbstreflexion begnügen darf.

Da als Lehrbuch konzipiert, ist das Buch zunächst Lehrenden, Dozenten, Studierenden und Teilnehmenden qualifizierter Coaching-Ausbildungen empfohlen. Aber auch erfahrene Coaches, systemische Organisationsberater und Supervisoren sollten das Standardwerk von Webers parat haben.

Für die dritte Auflage wünscht sich der Rezensent eine für den Leser deutlichere Unterscheidung in Grundlagenwissen und Themen für Fortgeschrittene, eine Erweiterung in Richtung spezifischer Organisationskontexte wie Projektmanagement oder Sanierung/Restrukturierung und ein zeitgemäßeres Buchdesign des Springer-Verlages.

Fazit: Ein Muss für alle, die systemisches Coaching theoriegeleitet und deshalb professionell betreiben wollen.

Olaf Hinz

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