Rezension von Bernhard Vetter

Den beiden Autorinnen Gabriele Matthes und Henriette Garczorz ist mit „Bildungscoaching“ ein Grundlagenwerk gelungen, welches einen guten Überblick über die Spezifik von Coaching im Bildungssektor ermöglicht. Eine sehr differenzierte Auseinandersetzung wird für die beiden Anwendungsfelder „Schule“ und „Hochschule“ geführt. Das Buch ist kein Methodenhandbuch für Coaching im Bildungsbereich, bietet aber zahlreiche kleine Beispiele zu den verschiedenen Perspektiven. Zudem arbeiten die beiden Autorinnen wissenschaftlich fundiert.

Zu Beginn wird das verwendete Verständnis von Bildungs-Coaching abgesteckt und eingegrenzt. Hierzu gehört die Abgrenzung zu anderen Beratungsformen, die Beschreibung möglicher Zielgruppen sowie eine Definition von Bildungs-Coaching, auf der die weiteren Teile des Buches aufbauen.

Der Hauptteil widmet sich den beiden Anwendungsfeldern „Schule“ und „Hochschule“. Beide Kapitel zeichnen sich durch eine vergleichbare Struktur aus. Differenziert werden mögliche Zielgruppen von Bildungs-Coaching im jeweiligen Anwendungsfeld beschrieben. Bemerkenswert ist der Versuch, möglichst alle relevanten Personenkreise gleichwertig zu betrachten. Für jede Zielgruppe werden spezifische Ziele beschrieben und mit Beispielen untersetzt. Die Substanz der Zielstellungen wird aus verschiedenen Publikationen entweder aus dem Anwendungsfeld oder zugehörig zu den Anforderungen der Zielgruppe gewonnen. Nachfolgend werden Anlässe, die zum Coaching führen, beschrieben und beispielhaft untermalt. Der Zusammenhang von möglichen fachlichen und persönlichen Themen im Coaching wird zielgruppenorientiert und auch wieder beispieluntersetzt dargestellt. Zum Ende der beiden Kapitel werden jeweils Finanzierungsmöglichkeiten aufgezeigt sowie ausgewählte Beispiele von Praxiskonzepten erläutert.

Die Autorinnen haben eine Onlinebefragung von 50 Bildungs-Coaches durchgeführt, um Personen, Rahmenbedingungen und Strukturen von Bildungs-Coaching in Erfahrung zu bringen. Die Ergebnisse dieser Befragung bilden ein eigenständiges Kapitel. Hierdurch wird das Tätigkeitsfeld aus der Akteursperspektive sichtbar und ergänzt die zuvor beschriebenen Aspekte des Bildungs-Coachings. Am Ende des Kapitels verblüfft eine kompakte Grafik zu „Bildungscoaching in Zahlen“.

Das letzte Kapitel nimmt das Thema Qualität im Bildungs-Coaching in den Blick. Hier werden neben den Perspektiven auf die Qualitätsdimensionen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität sowie auf Evaluation noch einmal die Erfahrungen der befragten Bildungs-Coaches in den Blick genommen und gegenübergestellt. Ein Stichwortverzeichnis rundet das Buch ab.

Fazit: Das Buch eignet sich für Coaches, die sich einen Überblick über die spezifischen Herausforderungen und Themen im Bildungs-Coaching verschaffen wollen. Darüber hinaus bietet es Lehrenden und Lernenden gleichermaßen die Gelegenheit, Möglichkeiten und Grenzen von Bildungs-Coaching auszuloten. Entscheidungsträger in Bildungsorganisationen und -einrichtungen haben mit diesem Buch die Möglichkeit, Eckpunkte für die Entwicklung eigener Bildungs-Coaching-Formate abzuleiten.

Bernhard Vetter

vetterno spam@bernhard-vetter.net
www.bernhardvetter.net

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