Intervention

Im Allgemeinen werden unter den Coaching-Interventionen die Vorgehensweisen verstanden, die im Rahmen der Zielerreichung eingesetzt werden. Dazu gehören z.B. Simulationen, in denen mögliche Lösungsstrategien durchgespielt und zusammen bewertet werden. Auch hier ist es oft notwendig, auf Wahrnehmungsblockaden (Betriebsblindheit) hinzuweisen und alternative Sichtweisen (z.B. durch Reframing) zu eröffnen.

In der überwiegenden Zahl der veröffentlichten Coaching-Ansätze nimmt der Dialog im Coaching eine entscheidende Rolle als Interventionsform ein. Daher finden sich in vielen Konzepten u.a. Anleihen aus der Gesprächspsychotherapie (GT), der Transaktionsanalyse (TA) und der Themenzentrierten Interaktion (TZI). Das Gespräch bildet i.d.R. den Rahmen für weitere Maßnahmen, nicht zuletzt, weil der Gecoachte über die zum Einsatz kommenden Vorgehensweisen aufgeklärt werden sollte. Zudem erlaubt die verbale Kommunikation dem Coach einen diagnostischen Zugang zum Gecoachten, da hier neben inhaltlichen Aspekten auch die Anteile von Selbstoffenbarung, Appell und Beziehung zum Coach deutlich werden.

Da ein seriös agierender Coach auf der Basis eines Konzepts arbeitet, sollten die Interventionen sich ebenfalls an diesem Coaching-Konzept orientieren und ihm nicht entgegenstehen. Hält der Coach es aus einem bestimmten Grund für angemessen, eine entsprechend andersartige Technik dennoch einzusetzen, so sollte er dies dem Gecoachten gegenüber glaubhaft erklären und ggf. sein Konzept entsprechend anpassen. Andernfalls ist damit zu rechnen, dass der Gecoachte mit Unverständnis und Verwirrung reagieren kann.

Das Coaching verlangt vom Berater Einfühlungsvermögen, um sich auf den Gecoachten einzustellen. Daher sollte bereits beim Verhandeln der "Spielregeln" des psychologischen Vertrags dem Coach klar werden, wie weit er gehen kann und welche Interventionen für den individuellen Fall angemessen sind.

Generell sollte die Absicht hinter jeder Interventionsmaßnahme sein, die Wahlmöglichkeiten im Verhalten und Erleben des Gecoachten zu erweitern. Interventionen, die im Endeffekt darauf zielen, Handlungs-, Denk- oder Wahrnehmungsmöglichkeiten einzuschränken, sollten somit nicht eingesetzt werden.

Quellen und Weblinks

  • Rauen, Christopher (Hrsg.). (2004). Coaching-Tools. Erfolgreiche Coaches präsentieren 60 Interventionstechniken aus ihrer Coaching-Praxis. 368 Seiten, 49,90 Euro. www.coaching-tools.de
  • Rauen, Christopher (Hrsg.). (2005). Handbuch Coaching. 3., überarbeitete u. erweiterte Auflage. 559 Seiten, 49,95 Euro. Göttingen: Hogrefe.
  • Rauen, Christopher (2003). Coaching. Innovative Konzepte im Vergleich. 3. Auflage. 231 S., 36,95 Euro. Göttingen: Hogrefe.
  • Rauen, Christopher (2008). Coaching. (2., aktualisierte Auflage). Serie "Praxis der Personalpsychologie" (Band 2). 101 S., 19,95 Euro. Göttingen: Hogrefe.
  • Coaching-Interventionen

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