Albert Ellis

Albert Ellis (* 27. September 1913 in Pittsburgh, Pennsylvania, gestorben 2007) war ein amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut. Er leitete das Albert Ellis Institute in New York City.

Wissenschaftler

Ellis arbeitete zunächst mit der Psychoanalyse. Da er mit den Ergebnissen unzufrieden war, entwickelte er eine eigene Therapiemethode die Rational-Emotive Therapie (RET), heute als Rational-Emotive Verhaltenstherapie (REVT), in englisch REBT (Rational Emotive Behavior Therapy) bezeichnet.

Die REBT gehört zu den Verhaltenstherapien und gilt als Wegbereiter der heute überwiegend angewandten kognitiven Therapien. Sie erwies sich als besonders effektiv bei der Behandlung von Ängsten und Depressionen, ist aber eine für alle Arten emotionaler Störungen einsetzbare Therapieschule.


ABC-Theorie

Die rational-emotive Verhaltenstherapie geht von der sogenannten ABC-Theorie psychischer Störungen aus: Ein äußeres Ereignis (A = activating event) wird bewertet (B = beliefs) und führt je nach rationaler oder irrationaler Bewertung (Einstellung) zu zielförderlichen oder selbstschädigenden emotionalen und verhaltensmäßigen Konsequenzen (C = consequences). Der Therapeut versucht zum Beispiel mit der Methode des Sokratischen Gesprächs (in Anlehnung an die Hebammenkunst oder Mäeutik desSokrates) diese Grundannahmen zu identifizieren, zu hinterfragen und zu verändern.


Irrationale Kognitionen

Ellis nennt 12 Grundkategorien irrationaler Ideen, die er für nicht realistisch hält und die zu falschen, übertriebenen Erwartungen führen, z.B.

  • Dass ein erwachsener Mensch in allen seinen Handlungen von allen Menschen unbedingt geliebt werden muss (Anstelle von Selbstachtung und Konzentration auf praktische Ziele und Lieben statt geliebt werden)
  • Die Vorstellung, dass es unerträglich ist, wenn Dinge nicht so sind, wie man es sich wünscht, anstelle der Einsicht, dass dies schade ist und man besser versuchen sollte, die Bedingungen zu verändern und zu kontrollieren, so sie erträglicher werden, bzw. (wenn dies unmöglich ist), diese Dinge einfach akzeptiert.
  • Die Annahme, dass man sichere und perfekte Kontrolle über alle Situationen haben muss, anstelle der Einsicht, dass die Welt von Zufall und Wahrscheinlichkeiten bestimmt wird und man trotzdem das Leben genießen kann.


Literatur

  • Schmitt, Roman H.J. (1996). Rational-emotive Therapie. Münster: Lit Verlag.
  • Schwartz, Dieter (2007). Vernunft und Emotion: Die Ellis-Methode (5. Aufl.). Dortmund: Borgmann.
  • Walen, Susan R. (2005). RET-Training. Einführung in die Praxis der Rational-emotiven Therapie (2. erw. Aufl.). Suttgart: Klett-Cotta.
  • Zeitschrift für Rational-Emotive & Kognitive Verhaltenstherapie, hrsg. von D.Schwartz, Würzburg: DIREKT e.V. [1]
  • Deutschsprachige Bibliographie und Konkordanzverzeichnis mit den englischen Originalveröffentlichungen, in: Zeitschrift für Rational-Emotive & Kognitive Verhaltenstherapie (2001), hrsg. von D.Schwartz, Würzburg: DIREKT e.V. [2]


Weblinks

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