Formale Qualifikation des Coachs

Jemand, der sich "Coach" nennt, muss dafür keinerlei formale Qualifikationen nachweisen können. Daher kann sich jede Person als "Coach" bezeichnen, ohne gegen rechtliche Bestimmungen zu verstoßen.

Da herrscht hier seit Jahren dringender Handlungsbedarf (siehe einen entsprechenden Bericht über Scharlatane im manager magazin). Es sollte im Interesse aller seriösen Anbieter sein, allgemein akzeptierbare formale Qualifikationsstandards zu schaffen.

Einige Organisationen verkaufen fein abgestufte "Coach-Lizenzen", werben teils aufdringlich für Mitgliedschaften und versuchen damit die Illusion von Qualität zu erzeugen. Allerdings erwecken derartige Lizenzmodelle – vorsichtig formuliert – eher den Eindruck, primär finanzielle statt qualitative Ziele zu verfolgen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Personen, die es mit der Qualität ohnehin nicht so genau nehmen, dankbare Abnehmer für kaufbare Lizenzen und Mitgliedschaften sind.

Leider wird die Situation so weiter problematisiert, statt entschärft: Auf der Suche nach wirtschaftlichem Erfolg akzeptieren viele Personen derartige Lizenzen, ohne zu hinterfragen, was tatsächlich für Qualität getan wird.

So kann leider das Fazit gezogen werden, dass jeder seinen eigenen "Standard" definiert und Klienten sich über die "Qualität" der Beratung wundern.

Um hier eine konkrete Hilfestellung zu geben, hat der Coaching-Report unter dem Menüpunkt "Die Auswahl von Coaches" eine Liste mit Anhaltspunkten zusammengestellt, die bei der Auswahl von seriösen Coaches helfen können. Außerdem unterstützt der Coaching-Report den Deutschen Bundesverband Coaching e.V. (DBVC) in dem Vorhaben, Coaching durch mehr wissenschaftliche Forschung auch theoretisch zu fundieren und von unabhängiger Seite zu untersuchen.

Fachwissen oder Prozesswissen

  • Bei der Frage, in welchen Schwerpunktbereichen ein Coach qualifiziert sein sollte, lassen sich prinzipiell zwei Positionen ausmachen: Auf der einen Seite geht man davon aus, dass neben dem psychologischen, dem (betriebs-)wirtschaftlichen Fachwissen und ausreichender Selbsterfahrung eine breite Feldkompetenz notwendig ist, um den Klienten auch in fachlicher Hinsicht zu beraten. Diese Auffassung ist am weitesten verbreitet.
  • Daneben gibt es Fachleute, die einen Coach als reinen Prozessexperten verstehen, der kaum etwas von den beruflichen Inhalten seines Klienten wissen muss. Im Gegenteil: Derartiges Wissen wird sogar als potentieller Nachteil angesehen, da ein gleichermaßen in Prozessfragen und Feldkompetenz qualifizierter Coach dem Klienten gegenüber nicht nur als "Übermensch" gegenübersteht (und somit ein Beziehungsgefälle unumgänglich ist), sondern durch sein Wissen auch für eine gewisse "Betriebsblindheit" anfällig wird.
  • Besonders für derartige hochspezialisierte Experten mit großer Feldkompetenz ist es z.T. unmöglich, bestimmte Abläufe und Situationen unvoreingenommen zu betrachten und zu analysieren. Zudem können Beziehungsprobleme auftreten, wenn der Coach aufgrund seiner hohen Qualifikation das Gefühl hat, sein Klient sei vergleichsweise inkompetent.
  • Bei der Diskussion um die Notwendigkeit der Feldkompetenz des Coachs sollte allerdings nicht vernachlässigt werden, dass dieses Wissen auch für den Beziehungsaufbau zum Klienten notwendig ist. Die Fähigkeit des Coachs sollte daher darin bestehen, Feldkompetenz zu besitzen, sie aber nicht überzubewerten; Coaching bleibt eine Beratung, die aufgrund der Kombination von Prozessorientierung und Feldkompetenz erfolgreich ist.
  • Hervorzuheben ist die Notwendigkeit, komplexe, z.B. betriebswirtschaftliche, fachliche Abläufe generell zu verstehen, um überhaupt beraten zu können. Einzig auf eine prozessorientierte Herangehensweise seitens des Coachs bauend könnte es hier zu (Verständnis-)Problemen kommen, die eher Konfusion als Vertrauen erzeugen. Die Minimalanforderung an die Feldkompetenz des Coachs sollte daher das Interesse und Engagement bezüglich der beruflichen Aufgaben des Klienten sein.
Weitere Qualifikationen eines Coachs

Fachliche Qualifikation

Oft finden sich in der gängigen Literatur fast beliebig lange Listen mit verschiedenen Eigenschaften, die ein hauptberuflicher Coach haben sollte. Mehr

Persönliche Kompetenz

Neben der fachlichen Qualifikation und der Feldkompetenz benötigt ein Coach auch Fähigkeiten, dieses Wissen angemessen einordnen und umsetzen zu können. Mehr

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