Interkulturelles Coaching

Im Zuge der Globalisierung der Arbeit gewinnt das interkulturelle Coaching immer mehr an Bedeutung. International tätige Unternehmen benötigen eine interkulturell orientierte Personalentwicklung, die über Auslandsentsendungen oder multikulturelle Teams hinausgeht. Natürlich sind Kontakte zu Personen aus anderen Kulturen ein guter Ausgangspunkt für eine interkulturelle Kompetenz. Dennoch ist immer wieder festzustellen, dass der Faktor Kultur unterschätzt wird und zu den Ursachen mancher "unerklärlicher" Probleme gezählt werden kann.

Tipp | Hinweis

Ein ausführlicher Artikel zum Thema "Interkulturelles Coaching" von Dr. Barmeyer befindet sich im Handbuch Coaching.

Interkulturelles Lernen durch Coaching

Dr. Christoph I. Barmeyer (Culture Bridge, Karlsruhe, Profil in der Coach-Datenbank) betont, dass bei der Zusammenarbeit von Personen aus mehreren Kulturen die unterschiedlichen Sichtweisen und Arbeitsstile ein großes Synergiepotenzial haben können, dieses jedoch erschlossen werden muss. Dazu kann z.B. auf interkulturelle Trainings zurückgegriffen werden, die darauf abzielen, dass Sicht- und Denkweisen anderer Kulturen nicht nur verstanden, sondern auch akzeptiert werden können. Dieses interkulturelle Lernen kann darüber hinaus durch Coaching intensiviert werden.

Eigenkulturelles verhalten Erkennen

Grundsätzlich ist interkulturelles Coaching jedoch nicht als "Allheilmittel" zu verstehen. Interkulturelle Trainings sind und bleiben ein sinnvoller Einstieg, eigenkulturelles Verhalten und Erleben bewusst zu machen und Sensibilität für kulturelle Unterschiede im Arbeitsleben zu schaffen. Spezifische Bedürfnisse der Teilnehmer solcher Trainings können i.d.R. jedoch nicht berücksichtigt werden, teilweise bleibt das vermittelte Wissen oberflächlich und schematisch. Individueller Lernstil, Persönlichkeit und Vorerfahrung bleiben meist unberücksichtigt.

Als unterstützende Ergänzung zu interkulturellen Trainings etabliert sich daher das interkulturelle Coaching. Dieses bietet die Möglichkeit, individuell und ggf. lösungsorientiert an spezifischen Anliegen des Klienten zu arbeiten. Auch der Aspekt der Diskretion spielt im interkulturellen Coaching eine bedeutsame Rolle, da international tätige Manager ihre Erfahrungen mit einem kompetenten und neutralen Experten besprechen wollen und dabei auch schwierige Entscheidungen und Probleme thematisieren.

Ziele des interkulturellen Coachings

  • Aufzeigen von Kulturunterschieden
  • Aufklären über unterschiedliche Denk- und Handlungsstile
  • Vermittlung von Informationen über die Zielkultur
  • Aufbau eines adäquaten und zielführenden Verhaltens in interkulturellen Situationen
Quellen und nützliche Links

Literaturangaben

Bolten, Jürgen (2001). Interkulturelles Coaching, Mediation, Training und Consulting als Aufgaben des Personalmanagements internationaler Unternehmen.

Online-Artikel

Barmeyer, Christoph I. (2003). Interkulturelles Coaching und seine Teilsysteme: Kontext - Mensch - Prozess. Ein Fallbeispiel. SIETAR Journal, 1/2003, Jg. 9, S. 18-21.

Bolten, Jürgen (2003). Phasen des interkulturellen Team-Coachings. SIETAR Journal, 1/2003, Jg. 9, S. 11-14.

Clement, Ute & Clement Ullrich (2003). Wofür Coaching im internationalen Management? SIETAR Journal, 1/2003, Jg. 9, S. 15-17.

Kinast, Eva-Ulrike (2003). Interkulturelles Coaching von Fach- und Führungskräften. Ein körperorientierter Ansatz. SIETAR Journal, 1/2003, Jg. 9, S. 22-25.

Schreyögg, Astrid (2003). Landkarte für ein interkulturelles Coaching west- und ostdeutscher und Führungskräfte. SIETAR Journal, 1/2003, Jg. 9.