Abschluss des Coachings und Evaluation

Sind die mit dem Coaching angestrebten Ziele oder eine vereinbarte Anzahl von Sitzungen erreicht, so kann es offiziell abgeschlossen werden. Auch im Falle einer vorzeitigen Beendigung des Coachings sollte immer eine derartige Abschluss-Sitzung stattfinden; es besteht sonst die Gefahr, dass unbewältigte Abbrüche von dem Klienten nicht angemessen verarbeitet werden können.

Unabhängig davon, ob ein Coaching regulär beendet oder abgebrochen wird, sollte immer eine gemeinsame Abschlusssitzung stattfinden, um den gesamten Prozess zu reflektieren, evaluieren, ggf. offene Fragen zu klären und die gemeinsame Arbeit offiziell abzuschließen. Für den Klienten ist dies wichtig, weil er quasi „in die Selbständigkeit entlassen“ wird. Der Coach kann erkennen, welche Prozesse wie abgelaufen sind und daraus Schlussfolgerungen für andere Coachings ziehen.

Durch die teilweise schleichende Veränderung im Coaching-Prozess ist dem Klienten zuweilen seine Entwicklung gar nicht bewusst. Damit ihm dennoch bewusst wird, was das Coaching ihm genutzt haben mag, ist es hilfreich, am Ende des Coachings die ursprüngliche Ausgangslage zu rekapitulieren. Hier bewährt es sich dann, wenn auf eine schriftliche Dokumentation des Coaching-Prozesses in Form von kurzen Ergebnisprotokollen zurückgegriffen werden kann.

Die schriftliche Protokollierung des Coachings samt Zieldefinition und messbarer Erfolgs- bzw. Qualitätskriterien erweist sich als klarer Vorteil bei der Evaluation des Coachings. Teilweise können sich die Klienten am Ende eines erfolgreichen Coachings kaum noch an ihre Ausgangssituation erinnern, weil das Coaching als mittelfristige Maßnahme oft eher „schleichend“ wirkt und die Entwicklung in kleinen Schritten nahezu unmerklich vor sich gehen kann.

Auch wenn der Vertrag zwischen Coach und Klient mit der Abschlusssitzung endet, kann der Kontakt – z.B. für einen anderen Anlass – weiter bestehen bleiben. Sollte später ein neues Coaching begonnen werden, kann die Erfahrung der vorherigen Zusammenarbeit hilfreich sein. Die Kenntnis des Klienten und seines Umfeldes vereinfacht den Einstieg in ein neues Coaching, das keine Verlängerung des alten, sondern einen eigenständigen Prozess darstellt.

Da Coaching „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist, sollte sich der Coach aber auch selbstkritisch fragen, ob er diesem Anspruch gerecht geworden ist, wenn er stets neu engagiert wird. Es kann durchaus vorkommen, dass der Klient den Kontakt zum Coach schätzen gelernt hat und nicht mehr missen möchte.  Dem sollte der Coach mit dem Hinweis entgegenwirken, bei Bedarf gern zur Verfügung zu stehen, doch ansonsten von sich aus das Ende des Prozesses anstreben. Denn letztlich sollen sich Selbstmanagement und Selbstreflexion des Klienten verbessern, statt durch die ständige Begleitung durch den Coach in zunehmende Unselbständigkeit zu geraten. Insbesondere bei coachenden Vorgesetzten besteht diese Gefahr, wenn sie ihre Coaching-Aufgabe permanent wahrnehmen. Hier ist es ggf. sinnvoller, den Spielraum der Mitarbeiter zu erhöhen und zur Selbständigkeit zu ermutigen. Generell sollte das Coaching dazu dienen, mit Hilfe des erweiterten Verhaltens- und Erlebensrepertoires zukünftig über mehr Alternativen zu verfügen als vor dem Coaching.

Erfolgskontrolle

Dimensionen der Evaluation

Die Ziel-Evaluation beschäftigt sich mit den subjektiven Erfolgserwartungen des Klienten und versucht diese bestmöglich zu präzisieren. Dies geschieht durch gezieltes Nachfragen und schriftliches Fixieren überprüfbarer Erfolgsmerkmale. Nur so können Enttäuschungen verhindert werden, die ansonsten aus einer nicht geäußerten und nicht messbaren Erwartungshaltung heraus entstehen würden.

Die Prozess-Evaluation (auch formative Evaluation genannt) findet sowohl im laufenden Coaching als auch am Ende statt. Feedback-Gespräche können zur Überprüfung des aktuellen Verlaufes und der Wirksamkeit einzelner Methoden genutzt werden, bis die Ziele realisiert sind – oder sich als nicht realisierbar herausstellen. Die Prozess-Evaluation hilft dem Coach und dem Klienten den aktuellen Stand der Dinge zu verstehen und ggf. rechtzeitig notwendige Änderungen vorzunehmen.

Die Input- und die Output-Evaluation werden am Ende des Coachings durchgeführt. In einem Vorher-Nachher-Vergleich können quantitative (Kostenreduktion, Umsatzsteigerung, Termintreue, Anzahl der Reklamationen usw.) und qualitative Daten (Einschätzung von Klient, Coach, Mitarbeiter, Vorgesetzten usw.) herangezogen werden. Idealerweise wird beides miteinander kombiniert, um „objektive“ und „subjektive“ Daten auf ihre Übereinstimmung zu prüfen. Auch bei überschaubarem Aufwand der Evaluation lassen sich aussagekräftige Daten gewinnen, oft sind entsprechende Messgrößen durchaus leicht zu erheben. Neben der Analyse vorhandener Daten (z.B. aus dem Controlling) und der Protokolle, können Beobachtungen, Interviews und Fragebögen eingesetzt werden. Auf der Basis so gewonnener Erkenntnisse lässt sich dann feststellen, ob das Verhältnis von Input zu Output akzeptabel ist.

Die Outcome-Evaluation (auch Impact-Evaluation genannt) kann einige Monate nach Abschluss des Coachings vorgenommen werden. Sie dient zur Erfassung der langfristigen Effekte durch Coaching-Maßnahmen.

Jenseits der Messbarkeit bleibt die subjektive Zufriedenheit des Klienten das entscheidende Merkmal. Daher gehört es zur (unbefriedigenden) Realität des Coachings, dass die Bewertung des Coachings nur subjektiv nachvollziehbar ist – was für den Klienten aber nicht selten das ausschlaggebende Kriterium seiner Erwartungen darstellt.

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