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 Coaching-News
| Neurobiologie für Manager | 29.12.2008 | Der Göttinger Professor Dr. Gerald Hüther erklärt den Lesern von managerSeminare (1/09), wie das Gehirn funktioniert und warum Führungskräfte davon lernen sollten.
Ein Unternehmen ist wie ein menschliches Gehirn – nur wissen das zu wenige Führungskräfte. Sie behandeln das eine wie das andere wie eine Maschine: Input- Through put – Output. Ziemlich dämlich. Weil beide so nicht funktionieren – und weit mehr leisten könnten, wenn man vernünftig und kompetent mit ihnen umgehen würde.
Gerald Hüther hat vor Jahren schon eine „Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn“ geschrieben. Die wenigsten Manager dürften das Buch gelesen haben. Ins Rampenlicht haben es eher die Kollegen, der Bremer Professor Gerhard Roth oder der Berliner Professor Ernst Pöppel, geschafft. Ersterer beschreibt langatmig und Detail verliebt wie das Gehirn aufgebaut ist und arbeitet, um sich dann an einer Privat-Psychologie als Ableitung zu versuchen. Letzterer versucht es ebenso selbst verliebt mit einer Zahlenmystik, indem er offenbar nach dem Motto „reim' dich oder ich fress' dich“ alle möglichen – nicht nur neurobiologischen – Phänomene aufreiht.
Hüther ist anders. Er kommt auf den Punkt. Das Gehirn dürstet nach neuen Herausforderungen, schreibt er den Controllern ins Stammbuch. Und dass Ideen das Ergebnis neu verschalteten alten Wissens sind. Sie brauche das Gehirn wie eine Droge.
Und ähnlich sei es mit Unternehmen: Sie lernen durch Versuch und Irrtum, sammeln Erfahrungen, entwickeln flache, stark vernetzte Strukturen und passen ihre innere Organisation immer wieder neu an sich verändernde Rahmenbedingungen an. Sie optimieren sich selbst.
Wenn nur die Führungskräfte nicht wären. Sie trauten den Mitarbeitern zu wenig. Viele säßen noch den alten Irrtümern auf:
- Routinen: Es wird penibel auf die Einhaltung alter Gewohnheiten (Standards) geachtet. Das produziert den Leerlauf des Neugiersystems. Doch nur wer immer wieder neue Herausforderungen gestellt bekommt, diese meistern, auch Fehler machen darf, wird langfristig erfolgreich sein.
- Angst: Man setzt die Mitarbeiter unter Druck. Doch das ist pures Gift. Kreative Problemlösungen sind unter solchen Umständen unmöglich. Unternehmen brauchen eine positive Fehlerkultur.
- Frustration: Fehlende Wertschätzung töten das Engagement und produziert negative Emotionen. Stattdessen sollte man der Vernetzung von Know-how im Unternehmen Vorschub leisten.
- Demotivation: Wer seine Mitarbeiter dermaßen „sauer gefahren“ hat erntet nur „Dienst nach Vorschrift“ und Änderungsresistenz. Erfolgreiche Führungskräfte schaffen es, ihre Mitarbeiter durch Leadership wirklich zu motivieren.
(tw) Weitere Informationen: http://www.managerseminare.de/managerSeminare/Archiv/Artikel?mecL=UmFuZG9tSVbWaatQOBvEY31E1Vy6pLSLPiupLuP&urlID=171092
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