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Gruppen-Coaching
 
Unter dem Oberbegriff "Gruppen-Coaching" lassen sich alle Coaching-Varianten zusammenfassen, bei denen mehrere Personen gleichzeitig gecoacht werden. Im einzelnen haben sich z.B. für die Beratung von Teams und Projekten weitere Begriffe (Team-Coaching, Projekt-Coaching) etabliert.

 
 
Eigenschaften des Gruppen-Coachings
 
Um eine Gruppe zu coachen, sollte diese sinnvollerweise nicht mehr als 15 Personen umfassen – zumindest, wenn der Coach alleine arbeitet. Größere Gruppen sollten demzufolge aufgeteilt oder von mehreren Coachs beraten werden. Ansonsten besteht die Gefahr der Überforderung des Coachs, was eine Situation, in der Fortschritte erhofft werden, extrem verschärfen kann.
 Das Setting des Gruppen-Coachings ermöglicht im Vergleich zum Einzel-Coaching selten die Arbeit an vertraulich-persönlichen Themen, da hier wesentlich größere Hemmschwellen existieren. Auch die Intensität der Beratungsbeziehung zu den einzelnen Gruppenmitgliedern ist geringer; dies schränkt wiederum die Anzahl der Interventionsmöglichkeiten ein.
 
Vorteile bietet das Gruppen-Coaching jedoch als Instrument der Personalentwicklung, wenn eine Arbeitsatmosphäre herrscht, in der die Gruppenmitglieder ihre unterschiedlichen Kenntnisse und Erfahrungen einbringen. Dieses umfangreiche Erfahrungswissen kann z.B. bei der Entwicklung von Problemlösungen die Grundlage für Synergieeffekte darstellen.
 
Zudem besteht beim Gruppen-Coaching weniger die Gefahr, durch die Wahrnehmung nur einer einzigen Person unangemessene Schlussfolgerungen zu ziehen oder einseitige Interessen zu verfolgen.

 
 
Grundsätzliche Kritik am Gruppen-Coaching (nach Looss, 1991, 1997, 2002) 
 
Der Unterschied des Gruppen-Coachings zu bereits vorhandenen Formen der gruppenbezogenen Beratungs- bzw. Arbeitsweise, wie z.B. Seminar, Teamsupervision, Gruppentraining, Teamentwicklungsworkshop u.ä., ist nicht ersichtlich.
 
Wird unter dem Gruppen-Coaching eine über die Teamentwicklung hinausgehende Lern-Maßnahme verstanden, so stellt sich hier die Frage nach der Notwendigkeit eines derartigen Prozesses, der ein solches intensives Lernen in der Gruppe erfordert.
 
Die Zielgruppe eines Gruppen-Coachings könnte zwar durchaus eine auf Kooperation angewiesene Organisationseinheit darstellen. Denkbare Themen wären dann z.B. die Zusammenarbeit der Gruppenmitglieder oder Führungsprobleme der Gruppenmitglieder. Für diese Anliegen existieren jedoch bereits andere etablierte Beratungsansätze.
 
Eine der charakteristischen Eigenschaften des Coachings ist die Qualität der Beziehung zwischen Coach und Gecoachtem, die sich u.a. durch Intimität und Neutralität auszeichnet. In einer Gruppe von Personen herrscht eine Beziehungssituation: Alle Anwesenden wollen verstanden und beraten werden. Es entsteht im schlimmsten Fall ein Einzel-Coaching unter Zeugen. Diskretion wäre dann nicht gegeben, der resultierende Mangel an Offenheit und Akzeptanz macht jedes Coaching sinnlos, da die Grundbedingungen für eine Beratung nicht mehr gegeben wären.
 
Beim Coaching werden i.d.R. individuelle Themen bearbeitet. Im Gruppen-Coaching kämen somit viele unterschiedliche Anliegen zusammen. Es müsste daher gewährleistet werden, dass die Teilnehmer sich nicht schon durch ihre Anwesenheit gegenseitig beim Lernen behindern. Dies wird zusätzlich dadurch erschwert, dass ein Coaching bei Problemen helfen soll, die allein nicht bewältigbar scheinen; die anwesenden Personen dürften sich also eher unsicher fühlen.

 
  
Quellen & nützliche Links
 
 
  Unter vier Augen. Coaching für Manager.
 
  Handbuch Coaching.
 
Coaching. Innovative Konzepte im Vergleich.
 
Coaching. Serie Praxis der Personalpsychologie.
 
 
 
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