Coaching-Report von Christopher Rauen
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Interview mit Christopher Rauen
 
Herr Rauen, warum wurde der Coaching-Report ins Leben gerufen?
 

Ausgangspunkt für den Coaching-Report war die Überlegung, allen am Coaching interessierten Personen einen einfachen und vor allem fundierten Überblick zum Coaching zu geben. Es gibt zu viele schlechte – d.h. falsche oder verfälschte – Informationen über das Coaching. In der Branche tummeln sich viele schwarze Schafe, die alten oder schlechten Wein in neuen Schläuchen verkaufen. Darum habe ich im den Coaching-Report gegründet, der nun seit Ende August 2000 online ist.
 
Sie haben aber zu dem Thema doch bereits Bücher und Fachartikel veröffentlicht.
 

Das ist richtig. Aber es nicht jeder unbedingt ein Buch kaufen und lesen, um sich über Coaching zu informieren. Auch die Fachartikel werden eher von Fachleuten gelesen, als von potenziellen Klienten. Daher ist das Internet ein ideales Medium für den Coaching-Report. Es ist mittlerweile für nahezu alle Menschen kostengünstig erreichbar, die Inhalte lassen sich sofort aktualisieren und Verknüpfungen sind möglich, z.B. zu einem Fachwortverzeichnis – nicht jeder kennt die Fachbegriffe, eine Erläuterung ist oft notwendig. Im Internet lässt sich dies alles vergleichsweise leicht realisieren.
 
Wie finanziert sich der Coaching-Report?
 

Genau genommen: gar nicht. Mir war von Beginn an wichtig, mit dem Coaching-Report neutral zu bleiben. Der Coaching-Report wurde ja nicht aus einer finanziellen Absicht heraus gegründet, sondern um aufzuklären. Auch die Online-Datenbanken wurden nicht mit Gewinnabsichten entwickelt, zumal sie erst programmiert werden mussten und außerdem ein enormes Datenvolumen erzeugen. So naiv es sich anhören mag: Mir liegt das Thema am Herzen. Es bedarf noch wesentlich mehr solcher "Aufklärungs-Seiten", daher empfehle ich auch die Seiten anderer Anbieter, die seriös über Coaching informieren. Der Coaching-Report wird neutral bleiben. Alles andere wäre unglaubwürdig und letztlich zum Scheitern verurteilt. Auf Grund meiner guten Beziehungen zur Internet-Branche kann ich die Fixkosten in einem erträglichen Maß halten –  meine Arbeit darf ich da aber nicht mitrechnen.
  
Trotz dieser Neutralität empfehlen Sie aber Ihre Bücher im Coaching-Report.
 
Ja, ich halte dies aus folgenden Gründen für legitim: Zunächst handelt es sich bei den Rezensionen über meine Bücher um Meinungen aus der Leserschaft. Außerdem ist das "Handbuch Coaching" nicht alleine meiner Feder entsprungen, sondern das Ergebnis der Arbeit von vielen Expertinnen und Experten, die einen Überblick zum Marktgeschehen geben. Und letztlich werden ja nicht nur meine Bücher empfohlen, sondern auch die von anderen Autoren, deren Werke als lesenswert eingeschätzt werden können. Insgesamt findet sich also auch hier ein umfassender Überblick der Coaching-Literatur.
 
Wird diese Einstellung nicht mit Skepsis aufgenommen?
 

Erfreulicherweise nicht. Sowohl die Besucher des Coaching-Reports als auch meine Kollegen nehmen meine Internet-Seiten sehr positiv auf. Ich denke, die Fakten sprechen hier für sich. Ich schreibe ja nirgendwo "vertrauen Sie mir blind, nur ich weiß, was gut für Sie ist", sondern versuche jeden zu ermutigen, sich ein eigenes Bild vom Coaching und dem Geschehen am Markt zu machen. Das würde jemand mit einem manipulativen Interesse wohl kaum tun. Daher hat mir noch Niemand eine offene oder heimliche Vorteilsnahme unterstellt.
 
Wie stark ist denn eigentlich die Resonanz auf den Coaching-Report?
 

Die Resonanz ist erstaunlich. Ich hätte nicht damit gerechnet, bereits drei Monate nach dem Start Ende August 2000 über 3.000 Besucher monatlich verzeichnen zu können. Mittlerweile (Stand: März 2007) hat der Coaching-Report mit allen seinen Diensten – also Datenbanken, Diskussionsforum, Magazin, Newsletter usw. – über 120.000 Besucher im Monat. Wohlgemerkt "Besucher" und nicht "Seitenaufrufe". Da wird im Internet ja gerne gemogelt. Eine solches Interesse an einem Spezial-Angebot wie dem Coaching-Report hätte ich nicht für möglich gehalten.
 
Sie geben auch einen monatlich erscheinenden Newsletter heraus. Wie sehr wird dies akzeptiert?
 

Der Coaching-Newsletter erscheint seit Juni 2001 und informiert über aktuelle Ereignisse aber insbesondere auch zu wechselnden Hintergrundthemen im Coaching. Obwohl es ja bereit so viele Newsletter zu allen möglichen Themen gibt, war ich guter Dinge, dass der Markt noch einen weiteren Newsletter verträgt. Die Abonnentenzahlen haben das voll bestätigt. Momentan geht der Coaching-Newsletter an über 25.000 Personen (Stand: März 2007) bei einer Steigerung von ca. 400 neuen Abonnentinnen und Abonnenten pro Monat. Irgendwann wird diese Entwicklung natürlich abflachen, aber bisher wächst das Interesse stetig, was mich natürlich sehr freut.
 
Haben Sie eine Übersicht, wer den Coaching-Report besucht?
 

Es gibt die üblichen Web-Statistiken, aber aus diesen Daten lässt sich nur grob sagen, wer die Seiten besucht. Meiner Meinung nach sind die E-Mails, die ich erhalte, da schon aussagekräftiger, wenn vielleicht auch nicht repräsentativ. Ein Drittel der Besucher sind Personen aus der privaten Wirtschaft und ein Drittel sind Trainer, Berater und andere Coachs und ein Drittel sind Studenten von Universitäten und Fachhochschulen. Die Herkunft der Besucher ist auch ganz interessant: Ca. ein Drittel der Besucher kommt aus dem Ausland, hauptsächlich Österreich und Schweiz, aber auch Lichtenstein, Belgien, Holland, Dänemark.
 
Und wie sind Sie ursprünglich zum Coaching gekommen?
 

Das ist eine längere Geschichte, aber ich versuche sie abzukürzen: Während meines Studiums der Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Osnabrück wurde großer Wert auf praktische Erfahrungen gelegt. In selbstorganisierten Trainings und Seminaren habe ich dann relativ schnell die Grenzen dieser Lehr- bzw. Beratungsformen gesehen. Prof. Siegfried Greif brachte mich dann auf das Coaching, als es noch sehr wenig Literatur zum Thema gab. Trotzdem habe ich mich in das Thema reingefuchst und gesehen, welche Möglichkeiten diese Beratungsbeziehung eröffnet. Folgerichtig habe ich dann auch meine Diplomarbeit über das Thema Coaching geschrieben. Seitdem bin ich beim Thema geblieben und habe mich auf das Einzel-Coaching spezialisiert. Prof. Greif hat mich dann weiter gefördert und auch den Kontakt zum Hogrefe-Verlag hergestellt, in dem dann später meine Bücher erschienen sind. Dafür bin ich ihm heute noch dankbar.
 
Wie sieht die Zukunft des Coaching-Reports aus?
 

Es gibt viele Ideen, aber ich habe nur begrenzt Zeit. Daher bin ich froh, seit März 2007 mit Thomas Webers eine redaktionelle Verstärkung an Bord zu haben. Herr Webers hat als Diplom-Psychologe und ehemaliger Chefredakteur der Zeitschrift "Wirtschaftspsychologie aktuell" samt 20-jähriger journalistischer Erfahrungen die nötige Kenntnis der Coaching-Szene. Außerdem ist er zehn Jahren auch als Trainer, Coach und Berater selbstständig. Es ist gut für mich, so eine Unterstützung zu haben.
Grundsätzlich werden die Seiten des Coaching-Report online bleiben, so lange es Leute gibt, die sich für das Thema interessieren. Natürlich werden auch weiterhin die Inhalte aktualisiert und ergänzt. Insbesondere zum Thema "Coaching-Ausbildung" bekomme ich viele Anfragen, nach "guten Ausbildungen". Da kann und will ich aber keine pauschalen Empfehlungen abgeben, weil dies immer von der individuellen Situation abhängig ist. Jeder hat andere Vorerfahrungen, Kenntnisse und Zielsetzungen und daher gibt es nicht "die" Ausbildung.
Der Bereich "So finden Sie den richtigen Coach" wird noch ausgeweitet werden. Hier habe ich mit der Coach-Datenbank und den Coach-Profilen zwar schon zwei Datenbanken, aber es geht um Klasse, nicht um Masse. Datenbanken ohne Qualitätssicherung halte ich für Datenwüsten. Auch die seit Januar 2003 eingeführten Coaching-Tools – eine Übersicht von Methoden und Tipps für den Coach – soll Stück für Stück ausgebaut werden. Ein Buchprojekt ist daraus ja bereits entstanden. Aber ich möchte hier auch nicht zuviel verraten, Sie sollen ja neugierig bleiben und öfter mal in den Coaching-Report schauen.
 
 
 
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