Coaching-Report von Christopher Rauen
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Coaching-Fachbegriffe H-P
 
Hypnose: Zustand gerichteter Aufmerksamkeit; in der tiefen Hypnose durch folgende Merkmale gekennzeichnet: Verminderung der Eigeninitiative, gesteigerte Zuwendung auf den Hypnotisierer, verringerter Realitätsbezug bzgl. Raum- und Zeitdimensionen, gesteigerte Beeinflussbarkeit, Bereitschaft, unübliche Rollen anzunehmen sowie Gedächtnisschwund nach der Hypnose (posthypnotische Amnesie), vorwiegend sofern diese Erinnerungslücke suggeriert wurde.
 
Individualpsychologie: [1] Teilgebiet der Psychologie (auch "Individuelle Psychologie"), das die Unterschiede zwischen Individuen bzgl. verschiedener Merkmale erforscht.
[2] Von Alfred Adler begründete psychotherapeutische Richtung, die die unteilbare Einheit und Einzigartigkeit eines jeden Menschen hervorhebt. Zentrale Konzepte der Individualpsychologie (IP) sind Minderwertigkeitsgefühle und Geltungsstreben sowie Lebensstil und Lebensplan. Ziel der IP ist das Erreichen eines angstreduzierenden Gemeinschaftsgefühls bei gleichzeitiger Berücksichtigung der individuellen, psychischen Strukturen.
 
Interdependenz: Wechselseitige Abhängigkeit.
 
Intervision: Gemeinsamer Austausch von Wissen und Erfahrung in einer Gruppe von gleichrangigen Personen.
 
IP: s. Individualpsychologie.
 
Kognitiv: Die Erkenntnis betreffend, erkennend.
 
Kongruenz: Echtheit, auch bekannt als "Selbstkongruenz", "Selbstaufrichtigkeit" oder "Stimmigkeit". Kongruenz setzt in der Humanistischen Psychologie eine gereifte Persönlichkeit voraus, welche sich nicht hinter einer Rolle oder Fassade verstecken muss, sondern sich wahrhaftig in eine Situation einbringen kann. Kongruentes Verhalten zeichnet sich z.B. dadurch aus, dass verbale Äußerungen mit Gestik, Mimik, Tonfall usw. übereinstimmen. Im Coaching-Prozess ist die Kongruenz von Klient und Coach von zentraler Bedeutung: Erst kongruentes Verhalten von beiden Seiten ermöglicht Vertrauen und Transparenz als Ausgangspunkte für eine tragfähige Beratungsbeziehung.
 
Kultur: Erlerntes Orientierungs- und Ordnungssystem von Werten und kulturellen Praktiken, das von Angehörigen einer bestimmten Gruppe oder Gesellschaft kollektiv geteilt, gelebt und tradiert wird, und sie von Angehörigen anderer Gruppen und Gesellschaften unterscheidet.
 
Kulturelle Dimension: Variable bzw. Kategorie, die in bestimmter Kombination auftretende gesellschaftliche Phänomene beschreibt. Kulturelle Dimensionen eignen sich zur vergleichenden Darstellung und Charakterisierung kultureller Systeme.
 
Lernstil: Bevorzugte und übliche individuelle Art und Weise einer Person, Informationen und Gefühle zu verarbeiten und sie in Wissen und Handeln umzusetzen.
  
Linien-Coach: s. Vorgesetzten-Coaching.
 
Logotherapie: Von Viktor E. Frankl entwickelte, sinnorientierte Psychotherapie. Grundannahme der Logotherapie (Frankl verwendete als alternative Bezeichnung auch den Begriff der "Existenzanalyse") ist, dass der Mensch sein Leben in einen Sinnzusammenhang bringen möchte. Gelingt dies nicht, kommt es zu (psychischen) Erkrankungen (z.B. Neurosen, Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen). Ziel der Logotherapie ist daher, Menschen zu helfen, einen Sinn im Leben zu finden und in der Folge gesunden zu können. Eine bekannte Methode der Logotherapie ist z.B. die "Paradoxe Intention" (s.u.).
 
MA: Mitarbeiter.
 
Machtdistanz: Der erwartete und von den weniger mächtigen Mitgliedern einer Organisation akzeptierte Umfang ungleicher Machtverteilung.
 
Machteingriff: Vom Vorgesetzten ausgeführte Maßnahme zur Eindämmung von gefährlich eskalierenden Konflikten. Machteingriffe können bis zur völligen Verhaltenskontrolle durch verhaltensregulierende Maßnahmen reichen und sind wegen ihres negativen Einflusses auf die Beziehungen daher nur dann sinnvoll, wenn andere Bemühungen des Konfliktmanagements gescheitert sind.
 
Mediation: Form der außergerichtlichen Vermittlung in Konflikten. Dabei versuchen die beteiligten Konfliktparteien mit Unterstützung eines oder mehrerer Mediatoren, einvernehmlich eine gemeinsame und tragfähige Lösung des Konflikts zu entwickeln. Wichtige Merkmale des Mediationsverfahrens sind die freiwillige Teilnahme aller, eine zukunftsorientierte Sichtweise, die Übernahme von Verantwortung und Selbstbestimmung durch die Konfliktparteien, das Eingehen auf Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten und die Allparteilichkeit der Mediatoren.
 
Meister-Coaching: Coaching-Variante, die sich speziell an die Zielgruppe der Meister und Schichtleiter richtet. Hauptsächlich wird in dieser noch seltenen Variante des Coachings die Zielgruppe in der Form von Einzel-Coaching beraten.
 
Mentoring: Innerbetriebliche Form der Mitarbeiterbetreuung. Als Mentor fungieren meist ältere Organisationsmitglieder, die im Vergleich zu ihrem Schützling höher positioniert sind und bereits längere Zeit für die Organisation arbeiten. Ziele des Mentoring sind die rasche und problemlose Einführung neuer Mitarbeiter in eine Organisation, um mit den Gegebenheiten der Organisation und deren Kultur vertraut zu machen und mögliche Anfangsprobleme gering zu halten. Zudem kann das Mentoring auch als langfristige, innerbetriebliche Karriereberatung fungieren und dient - durch die Bindung des Mitarbeiters an die Organisation - der Reduzierung der Fluktuationsrate.
 
Meta-Ebene: Übergeordnete Position, von der aus Situationen, Verhaltensweisen, Erlebenszustände, Wertungen uvm. mit Abstand betrachtet und analysiert werden können. Durch die Verlagerung der Position auf die Meta-Ebene kann z.B. persönliche Betroffenheit reduziert oder Betriebsblindheit offenbar werden. Daher ist eine Analyse von der Meta-Ebene aus auch ein Standardverfahren der selbstkritischen Reflexion.
 
Mobbing: Systematische und gezielte Schikanen, die wiederholt und über einen längeren Zeitraum ausgeübt werden. Dabei werden einzelne Personen meist von kleineren Gruppen gemobbt. Durch den prozesshaften Ablauf haben die Opfer in fortgeschrittenen Phasen geringe Aussichten, das Mobbing ohne Hilfe zu unterbinden.
 
Neurolinguistisches Programmieren: Kommunikationsmodell, das von Richard Bandler und John Grinder in den 70er Jahren in den USA entwickelt wurde. Die Interventionsmethoden des Neurolinguistischen Programmierens (NLP) wurden aus den Vorgehensweisen populärer Vertreter therapeutischer Ansätze entwickelt. Dazu wurde des Verhalten von Milton H. Erickson (Hypnotherapie), Virginia Satir (Familientherapie), Frederick S. Perls (Gestalttherapie) und Gregory Bateson (systemische Ansätze) von Bandler und Grinder analysiert. Ergebnis war das Kommunikationsmodell des NLP, das das erfolgreiche Verhalten der analysierten Therapeuten durch beobachtbare Muster verständlich und somit für andere Personen nachvollziehbar und nutzbar machen soll. NLP wird bis heute u.a. von Robert Dilts (USA) und Thies Stahl (Deutschland) weiterentwickelt.
 
Neutralität: Unabhängigkeit des Beraters von Zielen jenseits der im Coaching mit dem Klienten klar definierten Absichten. Als Beratung dient das Coaching nicht zur Beeinflussung des Klienten zum Nutzen Dritter oder zum Nutzen des Coachs.
 
NLP: Neurolinguistisches Programmieren.
 
OE: s. Organisationsentwicklung.
 
Online-Coaching: s. Tele-Coaching.
 
Organisationsentwicklung: Gewollt herbeigeführte und systematisch geplante Veränderung von Organisationsstrukturen, -abläufen (Prozessen) und -beziehungen. Organisationsentwicklung (OE) bedeutet einen umfassenden und langfristig ausgerichteten Wandel. Ziel der OE ist die Verbesserung der Effektivität bei Problemlösungen und der Zielereichung.
 
Paradoxe Intention: Von Viktor E. Frankl (s. Logotherapie) entwickelte Interventionstechnik zur Behandlung von Angst- und Zwangsneurosen. Im Rahmen der paradoxen Intention wird der Patient vorzugsweise humorvoll angewiesen, seine am meisten gefürchteten Symptome herbeizuwünschen bzw. selbst in die Tat umzusetzen. Die paradoxe Intention wird als "Symptomverschreibung" auch in anderen Therapien (z.B. Verhaltenstherapie, Familientherapie) eingesetzt.
 
PE: s. Personalentwicklung.
 
Personalentwicklung: Aufbau, Erhalt oder Wiederherstellung eines leistungsfähigen Personals durch Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Die Personalentwicklung (PE) orientiert sich zur Vermittlung einer stellenbezogenen Qualifikation an der Stellenbeschreibung. Ziel ist eine Deckung des Personalbedarfs durch Qualifikation bzw. die Angleichung der Fähigkeits- und Anforderungsprofile. Daneben leistet die PE wesentliche Beiträge zur Motivation der Mitarbeiter. 
 
Projekt-Coaching: Coaching-Variante, bei der ein Projekt-Team gecoacht wird. Das Projekt-Team besteht dabei i.d.R. aus Personen mehrerer Abteilungen und Hierarchieebenen, die zeitlich begrenzt und nur für eine spezielle Aufgabe stark leistungs- und zielorientiert zusammenarbeiten. Projekt-Coaching ist eine Unterform des Team-Coachings.
 
Prozessberatung: Beratende Unterstützung eines Klienten in dem Vorhaben, seine Aufgabenkomplexe eigenständig zu bewältigen. Der Berater liefert hier keine direkten Lösungsvorschläge, sondern begleitet den Klienten in dem Prozess und regt dabei an, wie eigene Lösungen entwickelt werden können und welche Faktoren dabei zu berücksichtigen sind. Die Verantwortung für die Aufgabenbewältigung verbleibt daher beim Klienten. Eine Form der Prozessberatung ist z.B. das Coaching.
 
Psychoanalyse: Von Sigmund Freud begründete Lehre der Dynamik des (unbewussten) Seelenlebens bzw. die auf diesen Annahmen basierende Methode zur Behandlung psychischer Krankheiten. Durch Methoden wie z.B. freie Assoziation, Traumdeutung, Übertragung und Gegenübertragung soll es den Patienten ermöglicht werden, ins Unbewusste verdrängte Erlebnisse wieder bewusst zu machen und durchzuarbeiten. Dadurch soll eine Kartharsis - eine "Reinigung" der Seele - erreicht werden. Psychoanalytisch orientierte Therapien können einen Zeitraum von mehreren Jahren umfassen.
 
Psychodrama: Von Jakob Levy Moreno entwickelte Methode der Gruppentherapie, in der Probleme, Konflikte und traumatische Erlebnisse in Form eines Schauspiels dargestellt werden. Der Klient wird zum Hauptdarsteller, der zwischen den als Bezugspersonen fungierenden Mitspielern ("Hilfs-Ichs") agiert und seine Probleme szenisch aufarbeitet. Der Therapeut wird zum Regisseur und leitet das weitgehend improvisierte Schauspiel. Durch die Arbeit in verteilten und vertauschten Rollen und das Verändern von Szenen werden Situationen und Erlebnisse so wiederholt und schauspielerisch dargestellt, dass sich neue Handlungsmöglichkeiten ergeben können.
 
Psychoynthese: Von Roberto Assagioli entwickeltes Modell zur Entwicklung des menschlichen Potenzials und der "Selbst-Verwirklichung". Die Psychosynthese geht davon aus, dass der Mensch aus vielen Rollen und Verhaltensmustern besteht ("Teilpersönlichkeiten") und zielt darauf, die verschiedenen Anteile zu erkunden und zu einem Ganzen zusammenzufassen. Die Psychosynthese nutzt die Methoden anderer therapeutischer Schulen und psychologischer Modelle (u.a. Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie, Logotherapie), aber auch Visualisierungen, freie Assoziationen, Meditation oder freies Malen.
 
Psychotherapie: Sammelbezeichnung für die Behandlungsmethoden der klinischen Psychologie. Ziel der Methoden ist eine Hilfestellung bei der Bewältigung oder Heilung von psychischen Erkrankungen. Der Begriff "Psychotherapie" wurde ursprünglich von Freud entwickelt und bezeichnete die therapeutische Arbeit der Psychoanalyse.
 
Übersicht: A-G
 
Übersicht: Q-Z
    
 
 
Quelle & nützliche Links
 
 
  Handbuch Coaching (2., aktualisierte Auflage)
 
Die Serie zum Management-Chinesisch der Süddeutschen Zeitung
 
Fachgebärden-Lexikon der Psychologie
 
Lexikon der Weiterbildung der Zeitschrift "managerSeminare"
 

Lexikon des Change-Management der Umsetzungsberatung von Winfried Berner + Kollegen BDU
 

Lexikon sociologicus
 
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