Coaching-Report von Christopher Rauen
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Coaching-Fachbegriffe A-G
 
Ablauf des Coachings: Informationen zum Ablauf eines Coachings finden Sie hier.
 
Affektiv: Das Gefühl betreffend.
 
Ambiguitätstoleranz: Fähigkeit, andere Sichtweisen zu akzeptieren sowie Mehrdeutigkeiten und Widersprüche in Situationen und Handlungsweisen zu ertragen, ohne sich unwohl zu fühlen oder aggressiv zu reagieren. Besonders bei Anpassungsprozessen an eine fremdkulturelle Situation kann fehlende Ambiguitätstoleranz zu Unwohlsein und Konfusionen führen.
 
Autogenes Training: Von Johannes Heinrich Schulz aus der Hypnose (s.u.) entwickelte Methode der körperlichen und psychischen Selbstbeeinflussung, z.B. um Entspannungszustände gewollt herbeizuführen. Im Unterschied zur Hypnose ist für das autogene Training kein schlafähnlicher Zustand notwendig.
 
Betriebsblindheit: Unangemessene Wahrnehmungs- und Beurteilungstendenzen, die oft durch Routine verursacht sind. Klassisches Merkmal der Betriebsblindheit ist die eingeschränkte Wahrnehmung betrieblicher Abläufe und Zusammenhänge.
 
Beziehungsebene: Eine von vier Ebenen der Kommunikation nach Schulz von Thun. Neben dem Beziehungsaspekt in der Kommunikation finden sich Sachinhalt, Selbstoffenbarung und Appell. Auf der Beziehungsebene ist durch die Art der Kommunikation erkennbar, was Menschen voneinander halten. Im Beratungsprozess ist die Beziehungsebene von entscheidender Bedeutung, da gegenseitige Akzeptanz für die Beratungsbeziehung unumgänglich ist.
 
Burnout: Syndrom, das den vollständigen und für die Betroffenen zunächst unerklärlichen Motivationsverlust beschreibt. Das "Ausbrennen" geschieht nicht schlagartig, sondern geht schleichend voran. Zentrale Faktoren bei der Entstehung von Burnout sind oft mit großem Ehrgeiz verfolgte Ziele und Bedürfnisse, die nicht oder nur mit großen Opfern erreicht werden können. Daraus können dann bei Nichterreichen der Ziele Verzweiflungsgefühle und bei Erreichen Erschöpfungszustände resultieren. Dies geht meist mit einem Rückzug aus dem gewohnten sozialen Umfeld einher. Das Endstadium des Burnout (Meltdown) ist durch chronische Hilflosigkeitsgefühle und Suizidgedanken geprägt.
 
Change-Management: Systematische Planung, Steuerung und Kontrolle von Veränderungen in Organisationen. Neben formalen Aspekten der Planung berücksichtigen Change-Management-Prozesse zunehmend "weiche" Faktoren der Veränderung (Verbesserung interner Kommunikation, Umgang mit Widerständen, Erhalt der Motivation uvm.).
 
Coachee: Ein analog zum Begriffspaar "Trainer – Trainee" entstandener Begriff, der die gecoachte Person bezeichnen soll. Dieser Begriff hat sich bisher nicht durchsetzen können, da er ein Beziehungsgefälle impliziert, in welchem ein aktiver Coach an dem Coachee eine Dienstleistung vollzieht. Diese Grundkonstellation widerspricht jedoch dem Grundgedanken des Coachings als interaktives Geschehen zwischen gleichberechtigten Parteien.
 
Coaching: Sammelbegriff für individuelle Formen personenzentrierter Beratung und Betreuung auf der Prozessebene. Zielgruppe sind Personen mit Führungsverantwortung und/oder Managementaufgaben. Generelles Ziel ist immer die Verbesserung der Selbstregulationsfähigkeiten ("Hilfe zur Selbsthilfe") durch die Förderung von Selbstreflexion und -wahrnehmung, Bewusstsein und Verantwortung.. Coaching arbeitet mit transparenten Interventionen und erlaubt keine manipulativen Techniken, da ein derartiges Vorgehen der Förderung von Bewusstsein und Eigenverantwortung prinzipiell entgegenstehen würde.
 
Coaching-Konzept: Beratungskonzept eines Coachs, das festlegt, welche Methoden und Techniken in der Beratung verwendet werden, wie diese Methoden eingesetzt werden, wie angestrebte Prozesse ablaufen können und welche Wirkzusammenhänge im Beratungsprozess zu berücksichtigen sind. Zudem gibt das Coaching-Konzept Auskunft über das ihm zugrundeliegende Menschenbild und grundsätzlich verfolgte Absichten und Ziele. Das Coaching-Konzept bildet somit das "Gerüst" für jegliche Maßnahmen des Beraters und sollte für den Klienten transparent sein und von ihm akzeptiert werden.
 
Coaching-Prozess: Verlauf der gesamten Zusammenarbeit von Coach und Klient(en) von der Herstellung des ersten Kontakts bis zur Beendigung des Coachings. Der Coaching-Prozess kann sich je nach Auftrag über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis zu mehreren Jahren erstrecken.
 
Coaching-Partnerschaft: Form des Coachings, in der sich zwei (gleichgestellte) Personen gegenseitig beraten. Dabei werden je nach Anliegen die Rollen von Klient und Coach getauscht.
 
Coping: Bewältigungsstrategie, mit der Probleme, Herausforderungen, Belastungen usw. gelöst werden sollen. Mögliche Formen des Coping sind z.B. das Sammeln von Informationen über ein Problem, die genaue Vorbereitung auf eine kommende Herausforderung, das Erlernen von Entspannungstechniken, aber auch das Verdrängen von Belastungen. Generell sind die Bewältigungsstrategien sehr unterschiedlich und ihre Auswahl hängt von den persönlichen Lernerfahrungen des Individuums, seinem Umfeld, seiner Art der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung und zahlreichen weiteren Faktoren ab.
 
Couching: Persiflage des Coaching-Begriffs in Anlehnung auf die Couch des Psychoanalytikers.
 
Cyber-Coaching: s. Tele-Coaching.
 
Echtheit: s. Kongruenz.
 
E-Mail-Coaching: s. Tele-Coaching.
 
Emotionale Intelligenz: Intelligenter Umgang mit den eigenen Gefühlen. Zeichen einer mit Intelligenz gepaarten Emotionalität sind der angemessene und wirksame Ausdruck der eigenen Gefühle und das relativ reibungslose, soziale Zusammenwirken von Menschen. Zentrale Fähigkeiten emotionaler Intelligenz sind das Erkennen der eigenen Emotionen, der Umgang mit den Emotionen, die Emotionen für Ziele einsetzen zu können, Empathie und der Umgang mit Beziehungen.
 
Empathie: Fähigkeit, sich in das Denken und die Einstellungen anderer Menschen hineinzuversetzen, um dadurch die Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen des Gegenübers besser zu verstehen und richtig zu interpretieren.
 
Einzel-Coaching: Coaching-Variante, bei der ein einzelner Klient gecoacht wird. Das populäre Einzel-Coaching wird (fälschlicherweise) oft gleichgesetzt mit dem Coaching eines Managers durch einen externen Berater. Einzel-Coaching kann aber auch durch interne Linien-Coachs und Vorgesetzte praktiziert werden.
 
Erstgespräch: Erstes Kennenlernen von Coach und Klient(en), bei dem geklärt wird, ob und unter welchen Bedingungen ein Beratungsauftrag zustande kommen kann. Die gegenseitige Exploration steht im Erstgespräch als Ausgangspunkt für eine mögliche Vertrauensbasis im Vordergrund. Dabei sind die Erwartungen des Klienten und die Möglichkeiten des Coachs zu klären. Am Ende des Erstgesprächs wird das weitere Vorgehen festgelegt. Konnte keine gemeinsame Basis gefunden werden - und ist dies auch nicht mehr zu erwarten -, endet das Coaching nach dem Erstgespräch.
 
Ethnorelativismus: Gegenteil von Ethnozentrismus. Bereitschaft, die eigenen Normen und Auffassungen zu hinterfragen und zu relativieren und die Normen und Auffassungen anderer Gruppen oder Gesellschaften zu akzeptieren und zu verstehen. Der Ethnorelativismus bildet die Basis für interkulturelle Lernprozesse und produktive interkulturelle Zusammenarbeit.
 
Ethnozentrismus: Gegenteil von Ethnorelativismus. Haltung, die unreflektiert Normen und Auffassungen der eigenen Gruppe oder Gesellschaft auf andere Gruppen oder Gesellschaften überträgt. Für interkulturelle Lernprozesse ist es von Bedeutung, die Interagierenden aus einer Haltung des Ethnozentrismus in eine Haltung des Ethnorelativismus zu führen.
 
Echtheit: Kongruenz
 
Evaluation: Überprüfende Beurteilung und Bewertung durchgeführter Maßnahmen. Die wichtigsten Ziele der Evaluation sind die ständige Kontrolle der Zielerreichung (formative Evaluation/Prozessevaluation) und die Schaffung und Sammlung von Grundlagendaten zur Entscheidungshilfe (summative Evaluation).
 
Existenzanalyse: s. Logotherapie.
 
Expertenberatung: Inhaltliche Stellungnahme eines Beraters in Form eines konkreten Lösungsvorschlags für vom Klienten delegierte Aufgabenkomplexe (z.B. Entwicklung eines Abrechnungssystems).
 
Feedback: Verhaltensnahe und konkrete Rückmeldung der Stärken und Schwächen einer Person. Durch die klärende Erläuterung, wie ein Verhalten nach außen wirkt, kann der Empfänger des Feedbacks die Konsequenzen seines Verhaltens besser einschätzen und verändern.
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Gesprächspsychotherapie: Von Carl Rogers gegen Ende der 40er Jahre begründete Form der Psychotherapie, die auf Echtheit, Wertschätzung und einfühlendem Verstehen beruht. Rogers vertrat die Ansicht, dass der Mensch nach Selbstverwirklichung, Wachstum und Gesundheit strebt, in diesem Streben jedoch gehindert sein kann; daher ist in der Gesprächspsychotherapie (GT) dafür zu sorgen, dass der Klient sich frei entfalten kann. Die GT nach Rogers ist keine Technik, sondern eine Grundhaltung. Nur wenn der Therapeut "echt" ist, kann der Klient in einer angstfreien Atmosphäre des gemeinsamen Gesprächs seine Gedanken und Gefühle formulieren und reflektieren und so letztlich seine Einstellung und seine Verhaltensweisen verändern.
 
Gestalttherapie: Psychotherapie, die die Erkenntnisse der Gestaltpsychologie nutzbar gemacht hat. Bedeutsame Vertreter und Entwickler der Gestalttherapie waren Frederick Salomon "Fritz" Perls, Lore Perls und Paul Goodman. Die Gestalttherapie sieht in psychischen Störungen eine Unterbrechung von natürlichen Wachstumsprozessen. Die Therapiearbeit besteht daher in dem Finden von Bedingungen, unter denen wieder natürliches Wachstum und Entwicklung möglich ist.
 
GP: Gecoachte Person (auch Coaching-Nehmer, Klient Gecoacher, Coachee).
 
Gruppen-Coaching: Coaching-Variante, bei der mehrere Klienten gecoacht werden. Dabei fallen unter den Oberbegriff des Gruppen-Coachings auch die Varianten Team-Coaching bzw. System-Coaching und Projekt-Coaching. Die Gruppengröße übersteigt bei Gruppen-Coaching i.d.R. nicht die Anzahl von 15 Personen.
 
GT: s. Gesprächspsychotherapie.
 
 
Übersicht: H-P
 
Übersicht: Q-Z

 
 
 
Quelle & nützliche Links
 
 
  Handbuch Coaching (2., aktualisierte Auflage)
 
Die Serie zum Management-Chinesisch der Süddeutschen Zeitung
 
Fachgebärden-Lexikon der Psychologie
 
Lexikon der Weiterbildung der Zeitschrift "managerSeminare"
 

Lexikon des Change-Management der Umsetzungsberatung von Winfried Berner + Kollegen BDU
 

Lexikon sociologicus
 
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