Coaching-Report von Christopher Rauen
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So erkennen Sie den falschen Coach
 
Auf der Basis von Leserberichten an den Coaching-Report konnten einige Verhaltensweisen von Personen zusammengetragen werden, deren beraterische Qualität  – vorsichtig formuliert – als "zweifelhaft" eingestuft werden kann.
 
Nicht jede der folgend aufgelisteten Merkmale kennzeichnet zwangsläufig einen eher zweifelhaften "Coach". Es ist die Kombination verschiedener Charakteristika, die vorsichtig machen sollte.
 
 
  Nach dem Vorgespräch werden Sie sofort aufgefordert – eventuell mit sanftem Druck – einen Beratungsvertrag zu unterschreiben. Mit den Hinweis, man sei sich doch im Prinzip einig, wird keine weitere Bedenkzeit eingeräumt.
 
Tipp: Unterschreiben Sie nie im Erstkontakt einen Vertrag. Seriöse Berater räumen Ihnen entsprechende Bedenkzeit ein, die auch mehrere Wochen umfassen kann.

 
  Sie werden für ein Vorgespräch zu einer gemeinsamen "Teestunde" oder einem "Kaffeetrinken" eingeladen. Die in lockerer Stimmung für eine "graphologische Untersuchung" geforderte Schriftprobe Ihrer Unterschrift befindet sich "zufällig" unter einem (hoch dotierten) Beratervertrag. Leider haben Sie dafür keine Zeugen.
 
Tipp: Sind Sie sich mit dem Coach nicht sicher, verzichten Sie auf einen weiteren Kontakt; alternativ können Sie auch eine Bekannten oder Freund als Zeugen mitnehmen.
 
  Ihr zukünftiger Coach lässt sich "gnädig" herab, Ihnen eine Audienz zu gewähren. Man betont, dies sei eine absolute Ausnahme und Sie könnten froh und dankbar sein.
  
Tipp: Professionellen Coachs ist an einem Gleichgewicht gelegen. Misstrauen Sie Anbietern, die sich primär mit dem eigenen Ego beschäftigen.
 
  Statt einer konkreten Hilfestellung erhalten Sie von Ihrem Coach abgehobene, pseudophilosphische Weisheiten, in denen Sie keinen Bezug zu Ihren Anliegen finden. Genau dies wird Ihnen dann vom "Coach" als Schwäche oder Verblendung ausgelegt. Daher müssen Sie seiner Meinung nach unbedingt gecoacht werden.
 
Tipp: Lassen Sie sich nichts vormachen. Wenn der Coach nicht in der Lage ist, Zusammenhänge zu erläutern, so spricht dies nicht für eine professionelle Kommunikation seinerseits.

 
  Ihr Coach meint, für jedes Problem der richtige Ansprechpartner zu sein. Überhaupt weiß er/sie alles besser, hat alles bereits erlebt, ist unglaublich kompetent und wird nicht müde, genau dies immer wieder zu betonen.
 
Tipp: Gehen Sie Möchtergern-Alleskönnern aus dem Weg. Echte Experten sind meistens spezialisiert. 
 
  Er oder sie wähnt sich im Besitz einer allgemeingültigen Wahrheit und meint damit jeden Klienten und den Rest der Welt überzeugen zu müssen.
 
Tipp: Ein Coach ist kein "Missionar". Wenn ihr Coach anfängt zu "missionieren", statt zu coachen, verwechselt er die Rollen.
 
  Er oder sie duzt Sie unaufgefordert und versucht sich auf eine "kumpelhafte" Weise mit Ihnen zu "verbrüdern".
 
Tipp: Professionelle Coachs halten ein Gleichgewicht zwischen Nähe (damit sich Vertrauen aufbauen kann) und Abstand (damit der Coach eben nicht zum Freundersatz wird). Personen, die unaufgefordert duzen, sind nicht nur schlecht erzogen, sondern vernachlässigen dieses Nähe-Distanz-Phänomen.
 
  Das Coaching bringt Ihnen selbst nach der fünften Sitzung keinen verwertbaren Erkenntnisgewinn. Ihr Coach meint, das müsse so sein und würde sich schon bald ändern. Eine echte Auseinandersetzung mit Ihren Bedenken findet aber nicht statt.
 
Tipp: Ist das Coaching ohne Wirkung und auch keine Trendwende in Sicht, so sollte es abgebrochen werden.
 
  Sie werden immer wieder aufgefordert, weitere Seminare und Workshops zu besuchen. Ihr "Coach" meint, dass Ihnen sonst niemals die wahre Kompetenz zuteil werden kann. Natürlich sind diese Seminare nicht gerade preiswert, aber man versichert Ihnen in aufdringlicher Manier, dass es die Sache schon wert sei. (Diese Seminare finden eventuell noch an einem sehr attraktiven Ort statt und dauern mehrere Wochen am Stück.)
 
Tipp: Führen Sie erst ihr Coaching zu Ende. Wenn dieses erfolgreich war, können Sie immer noch entscheiden.
 
  Ihr Coach führt sich auf wie ein Meister, der von seinen Jüngern gefälligst angehimmelt zu werden hat. Nur seiner Kompetenz und Gutherzigkeit haben Sie es zu verdanken, dass Sie beraten und vor einem üblen Schicksal bewahrt werden.
 
Tipp: Coachs  sind keine Gurus und Klienten keine Jünger. Ein derartiges Verhalten ist nicht akzeptabel. 
 
  Egal welches Anliegen Sie haben – Ihr Coach ist fest davon überzeugt, dafür geeignet zu sein. Selbst wenn Sie weit von Ihrem Coach entfernt sind, wird Ihnen kein Kollege in Ihrer Nähe empfohlen, sondern auf sich selbst verwiesen. Er/Sie kann einfach jedes Problem lösen – und wenn nicht, sind Sie natürlich schuld.
 
Tipp: Professionelles Coachs sind spezialisiert. Lassen Sie sich vorab berichten, worauf.
 
 
Fazit: Meiden Sie "Coachs", die ein wenig oder gar kein wertschätzendes Verhalten gegenüber ihren Klienten an den Tag legen. Der Coach ist zwar kein Ja-Sager und seine Rolle verlangt es, unbequem sein zu dürfen, aber er hat immer eine positive Einstellung zu seinem Klienten. Scharlatanen hingegen ist dies egal, sie legen primär Wert auf finanzielle Zuwendungen und die Betonung ihrer "Großartigkeit". Solche Personen disqualifizieren sich selbst, dennoch gibt es sie immer noch - und zuweilen sogar in Positionen, bei denen man dies nicht erwarten würde.
 
Prüfen Sie daher vor einem Coaching ohne Ansehen der Person, ob der Anbieter für Ihr Anliegen und für Sie als Person passend ist. Lassen Sie sich ggf. beispielhaft Beratungsprozesse schildern, um sich so einen Eindruck bilden zu können. Seriöse Anbieter verfügen über umfassendes Erfahrungswissen.
 
 
 
Quellen & nützliche Links
 
 
  Literaturquellen zum Thema "Missbrauch im Coaching"
  
Weitere Hinweise zur Auswahl von Coachs
 
Weitere Informationen: Handbuch Coaching.
Dort können Sie eine ausführliche Checkliste zur Auswahl eines passenden Coachs downloaden.
Handbuch Coaching
 
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Buchtipp:
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So finden Sie den richtigen Coach. 

Frankfurt/M.: Campus.
235 S., 22,90 Euro
ISBN: 3-593-36552-9
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